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Handybrowser BOLT als public Beta

BOLT Start
Vor knapp 2 Monaten hatte ich über den Handybrowser Bolt berichtet.
Damals war es noch eine geschlossene Betaphase, mittlerweile ist daraus eine öffentliche Betaphase geworden. Die Versionsnummer ist von 0.73 auf 0.86 gestiegen, ein Changelog habe ich aber nicht gefunden.
Die Änderungen liegen wohl auch mehr unter der Oberfläche, mir sind zumindest keine ‘Oberflächlichen’ Veränderungen aufgefallen.

Der Java-Browser kommt weiterhin in (einfach oder doppelt) signierten Installationsdateien so dass man nicht bei jedem Start die Frage beantworten muss ob der Webbrowser ins Internet darf.
Eine weitere Wiederholung meiner Beschreibung aus meinem vorigen Beitrag spare ich mir, wer vor dem download noch mehr erfahren will werfe einfach einen Blick in meinen vorigen Beitrag zu Bitstream Bolt.

via jkOnTheRun

Neuer Java-Handybrowser: Bitstream Bolt

Bolt im Fullscreen
Das mobile Internet kommt immer mehr in Schwung. Noch sind wir weit davon entfernt dass wirklich jeder mit dem Handy online geht, und sei es um schnell was in der Wikipedia nachzuschlagen. Über kurz oder lang wird man auch im Supermarkt vor den Sonderangeboten stehen und online nachsehen was die andern Läden nehmen und ob das Angebot wirklich ein Angebot ist.
Zukunftsmusik. Erstmal geht es in kleinen Schritten weiter und dass es weitergeht sieht man daran, dass es von immer mehr Seiten mobilversionen gibt und die Anzahl der verfügbaren Webbrowser steigt.

Bolt im Splitscreen
Ein neuer Mitspieler auf dem mobilen Browsermarkt ist Bitstream Bolt. Derzeit befindet er sich in einer geschlossenen Betaphase aber wenn man auf der Downloadseite den Code aus diesem Mobilecrunch-Artikel angibt bekommt man den (personalisierten) Downloadlink sofort. Wie Opera mini ist er in Java (J2ME / MIDP 2.0) geschrieben was bedeutet dass er auf jedem javafähigen Telefon läuft, was fast alle Geräte der letzten 5-6 Jahre einschliesst. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass die Daten zentral über einem Proxyserver aufgerufen werden. Der Proxy rendert die Seiten vor und rechnet Grafiken usw. klein damit das Telefon weniger Arbeit hat und weniger Daten übertragen werden müssen. Der Proxy für Bolt konvertiert dazu noch Flash-Filme in das Handyfreundliche 3GP Format um so dass man auch auf Videoseiten1 zugreifen kann.

Während Opera auf die Hauseigene Presto-Engine setzt verwendet Bolt Webkit als Engine, genauso wie Apples (mobile) Safari und der Konquerer von KDE. Das bedeutet, dass er praktisch auch jede normale Webseite rendern kann, auch Javascript/AJAX sind in der Regel kein Problem. Mobile Webseiten natürlich auch nicht, diese sind normalerweise auch zu bevorzugen da sie meist für kleinere Displays ausgelegt sind. Durch Webkit als Renderengine hat er auch auch keine Probleme mit Seiten die für das iphone ausgelegt sind, so man sie denn erreicht. Denn der Useragent mit dem er sich gegenüber dem Server identifiziert ist etwas suboptimal:

Mozilla/5.0 (X11; 78; CentOS; US-en) AppleWebKit/527+ (KHTML, like Gecko) Bolt/0.780 Version/3.0 Safari/523.15
Mozilla 5, X11 (Unix), eine Linuxdistrubution (CentOS), Webkit, Gecko und Safari auf einmal, da ist man bei den immer öfter eingesetzten Browserweichen auf sein Glück angewiesen, bei dieser Kennung kann jede Weiche nur raten. normal Das ist aber wohl der Betaphase geschuldet, dafür ist die schliesslich da.

Bolt Splitscreen mit Menü
Der Browser kommt wie Opera signiert, d.h. man muss die bei Javaprogrammen übliche Nachfrage ob sie sich ins Internet verbinden darf nur beim ersten mal beantworten und kann dabei “Ja, jedesmal verdammtnochmal” auswählen. Wer unter UIQ Ozone kennt wird eine gewisse Ähnlichkeit feststellen, auch wenn das Menü anders, klassisch ausgeführt ist. Das Menü verschwindet bei Nichtgebrauch am unteren Bildschirmrand.
Eine Besonderheit ist der Splitscreen-Modus. Dabei wird die Darstellung geteilt, in den oberen beiden Dritteln erscheint eine verkleinerte Version der Webseite, im unteren Drittel eine Nahversion. Ein Rahmen im oberen Bereich markiert den Bereich den man unten gross sieht. Das ist sehr praktisch! Hat man “seinen” Bereich gefunden schaltet man einfach in den Vollbildmodus und hat etwas mehr Platz für den Inhalt. Dabei kann man auch noch zwischen mehreren Zommstufen wählen.
Auf meinem P1i unterstützt der Browser auch den Touchscreen wobei das scrollen etwas träger ist als bei Ozone und Opera. Das liegt vermutlich aber auch an der Beta.
Insgesamt auch als Betaversion ein sehr guter Browser den man sich einfach mal installieren sollte. Und natürlich den Entwicklern Feedback geben damit auch die letzten Unebenheiten ausgebügelt werden.

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1 Wer jetzt nur an Youtube denkt sei daran erinnert, dass Youtube bereits selbst alle Filme im 3GP Format anbietet.

mobiler Browserkrieg?

Die Zeiten des Browserkriegs auf dem Desktop sind vorbei, Microsoft hatte haushoch gegen Netscape gewonnen und auch die Konkurrenz durch Firefox ist nicht wirklich ein neuer Krieg, Microsoft wird offener mit seinem MSIE, es ist mehr ein gesunder Wettbewerb, kein Krieg.
Auf mobilen Geräten wie Handys war eigentlich auch alles klar: es gab kaum Nutzung, damit auch keinen Markt und kein Krieg. Jeder Hersteller hat einen kleinen Browser integriert, Sony Ericsson benutzt Netfront, Siemens hatte Openwave, beide in etwa gleich limitiert, die Vorteile die Netfront in meiner Wahrnehmung hat können auch dem Zeitvorteil geschuldet sein.

netzeitung.de in Opera Mini: Übersicht
Ein kleines Schwergewicht hat sich mit Opera Mini etabliert. Der Browser ist in Java geschrieben und nutzt einen Proxy bei Opera und erreicht damit eine Qualität in Darstellung und Geschwindigkeit die durchaus mit einem Desktop vergleichbar ist. Auf meinem M600 unterstützt er sogar den Touchscreen.
Opera war schon immer aktiv in Sachen “klein”: Man warb auf dem Desktop anfangs damit, dass der Browser auf eine Diskette passt(e) und war einer der ersten Anbieter eines Browsers für Smartphones, Windows Mobile und Symbian (S60 und UIQ). UIQ Geräte haben ihn als Standardbrowser sogar vorinstalliert.
Die ‘Mini’ Version erfreut sich einer unglaublichen Beliebtheit und Verbreitung, praktisch jedes Telefon aus den letzten Jahren wird damit zur Surfstation.
netzeitung.de in Opera Mini: Nahansicht
Der grössere (und ältere) Opera Mobile ist mittlerweile im Vergleich veraltet und ins Hintertreffen geraten. Aber er wird noch weiter entwickelt. Behauptet zumindest Opera. Der Blog-Eintrag ‘Hang in there‘ datiert auf den 28. März und verspricht: “you will have to wait another couple of weeks (not months)”. Mittlerweile sind es doch ‘month’ ohne dass es ein weiteres Lebenszeichen gab. Und auf unterstützten Telefonen ist eine native Version wesentlich angenehmer als die Java-Version ‘mini’. Smartphones sind idR. leistungsfähiger und dieses Potenzial liegt mit der Mini-Version teils ungenutzt brach.
In diese Situation platzt nun Digia mit einem auf Webkit basierenden Browser für UIQ-Geräte. Webkit steckt auch unter der Haube des Browsers des iphones.
Und auch wenn mobiles Web kein iWeb ist, so ist das eine durchaus gute Nachricht. Denn immer mehr Websurfer Webdesigner optimieren ihre mobile Inhalte für das iphone und damit Webkit. Ganz wie zu den Zeiten des Browserkriegs auf dem Desktop wo es wohl mit dem unsäglichen <marquee> Tag seinen Anfang in Sachen Spezialisierung auf den MSIE nahm und ob der mangelhaften CSS-Unterstützung bis MSIE6 bis heute Nachwirkungen hat.
Die Zukunft wird zeigen ob wir einen neuen Krieg bekommen in dem Webkit die Rolle des MSIE übernimmt oder ob Digia eine Luftnummer wird oder eine UIQ-Insel bleibt oder ob Opera Mini einfach alle überrollt.

Wünschenswert wäre eine friedliche Koexistenz und konzentration auf das Wesentliche: Die Verbreitung der mobilen Nutzung. Sowohl beim Angebot als auch bei den Tarifen.