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Speicher Deine Notfallkontakte im Handy!

Eine genial einfache Idee:

Heise berichtet:

Wenn Sanitäter und Notärzte die Angehörigen eines Unfallopfers über dessen Handy kontaktieren wollen, haben sie häufig das Problem, die richtige Nummer im Adressbuch zu finden. Die DLRG ruft Handynutzer deshalb dazu auf, Personen, die bei einem Unfall kontaktiert werden sollen, im Adressbuch ihres Handys unter dem international gültigen Kürzel “ICE “ (In Case of Emergency) abzuspeichern.
Das hilft natürlich nicht immer, das Heise Trollforum ist voller Idioten Kohlenstoffeinheiten die die Idee als untauglich brandmarken weil das Handy ja eine PIN hat, wenn gerade die DLRG einen rettet man ja eher nass ist usw..
Da kann man nur sagen dass jemand der bei einem Unfall noch in der Lage ist seit Handy auszuschalten und es auch tut entweder nicht so verletzt ist dass man ihn nicht noch befragen könnte — oder dass Darwin noch immer funktioniert.
Und wer von der DLRG gerettet wird hat selten sein Handy dabei (es sei denn er ist Segler). Wer aber beim Baden im Meer/See verunglückt kann Glück haben dass ein Zeuge zumindest gesehen hat von welchem Platz er gekommen ist.

Das ist kein Allheilmittel, aber wie eine Notfallkarte im Portemonnaie eine Kleinigkeit, die aber mit Glück eine Spur zu den Angehörigen liefert. Und sie kostet nichts, nur einen oder ein paar Einträge im Telefonbuch.

Ich weiss z.B. gar nicht wie man meine Angehörigen damals ausfindig gemacht hat. Ich vermute Vitamin B+ — oder ander ausgedrückt: purer Zufall oder mein Handy wurd durchsucht und einfach jemand angerufen der den gleichen Nachnamen hat.

Björn-Steiger-Stiftung

Allerorts, zumindest in jedem bekannteren Blog, liest man seit einigen Tagen über diese Stiftung. Ein jemand schreibt in einer Mail über einen Notfall in Hamburg bei dem er den Rettungsdienst rufen musste und sich daran erinnerte, dass er sich vor einem Jahr für den ‘Lifeservice 112’ registriert hatte und das ja eine tolle Sache ist und man darauf hinweisen möge. Links liefert er gleich mit.
Bei ‘Lifeservice 112’ handelt es sich um einen Ortungsdienst bei dem je nach Handy via GPRS oder die Funkzelle der Standort bestimmt wird. Kombiniert mit ‘Lifesensor Notfallakte’ bekommen die Helfer auch gleich relevante medizinische Daten zur Person übermittelt.

Spontan würde ich sagen: Gut Sache!

Doch jetzt kommt das aber:

⇒ Die Meldung lese ich in so vielen Blogs und ist inkl. Links zur Stiftung und direkt zur Registrierung so gut gemacht, dass ich kaum noch an einen begeisterten Ersthelfer glauben kann. Das stinkt zumindest gewaltig nach Werbung.
Was Schade ist, ein solcher Dienst sollte keine derartige versteckte Werbung nötig haben, ein Hinweis von offizieller Seite hätte sicher auch viele Blogger zu einem Beitrag bewegt und wäre sehr viel ehrlicher gewesen. So verbrennt man das Vertrauen in die Stiftung und solche zitierten Hinweise in Blogs.
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Zum Service konkret:
Würde ich ihn abschliessen? Obwohl bzw. gerade weil ich ja erst vor kurzem einen schweren Unfall (siehe Tag Unfall) hatte: Nein. Meine Gedanken dazu sind aber eher allgemein, man muss nicht fast Tot gewesen sein um das nachzuvollziehen:

•Ich hatte einen sehr schweren Unfall und mir wurde auch ohne diesen Dienst bestens geholfen. Die Ersthelferin hat den Standort durchgegeben und der Rettungswagen war ortskundig genug um mich schnell zu finden. Und für die Notfallakte wüsste ich keine Daten, sie wäre also leer gewesen. Auch jetzt weiss ich nicht, ob es einem Notarzt z.B. helfen würde zu wissen dass ich Craniofixe im Kopf hab. Herzschrittmacher sind da allerdings sicher erwähnenswert.
•Der Service kann auch nur dann greifen, wenn der Notruf vom eigenen Handy abgesetzt wird. D.h. man muss es griffbereit haben und überhaupt noch in der Lage sein, den Notruf damit abzusetzen (Person und Handy müssen in der Lage sein). Wenn das gegeben ist bin ich wahrscheinlich auch noch in der Lage meinen Standort kund zu tun und auf gesundheitliche Besonderheiten hinzuweisen. Again: sollte ich da auf die Craniofixe hinweisen? Wenn ich das nicht mehr schaffe kann die Leitstelle auch jetzt schon eine Positionsbestimmung über die Funkzelle veranlassen.
Als Ersthelfer sehe ich zu, dass der Notruf möglichst sofort erfolgt, d.h. ich nehme mein Handy und durchsuche nicht erst das Opfer. Das lässt beide Dienste ins Leere laufen.
• Überhaupt Notfallmeldung: Wenn ich da inkl. Notfallakte registriert bin: wird die dann grundsätzlich übermittelt? Sucht der Arzt dann verzweifelt bei einem fremden Unfallopfer für das ich den Notruf abgesetzt hab die Craniofixe oder später evtl. mal den Herzschrittmacher? Disqualifiziere ich mich bzw. mein Handy mit der Registrierung als Notrufmelder?

Das sind so die zweiten Gedanken zu diesem Dienst und da überwiegen die Bedenken, gerade weil mir erst vor kurzem auch ohne gut geholfen wurde. Wenn ich noch länger darüber nachdenke fallen mir vielleicht noch weitere Punkte ein oder ich streiche einiges wieder. Und selbstverständlich gibt es für alles auch Gegenbeispiele, z.B. nachts in der Fremde auf dem Land einen Ast gegen den Kehlkopf bekommen. Es bleibt immer ein Abwägen.

1 Ein zumindest namentlich passender Kommentator hat sich im entsprechenden Beitrag des Hostbloggers gemeldet und versichert den Wahrheitsgehalt. Das will ich glauben.