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gesehen: Mary Shelly

Mittwoch war ich mal wieder in der Sneak, es lief ein Film über die “Mutter” von Frankensteins Monster – Mary Shelly:

Wer war Mary Shelly? Sie hat mit Frankenstein einen der bekanntesten Romane überhaupt geschrieben. So viel wissen wohl die meisten, aber mehr vermutlich nicht.
Der Film schildert das Leben von Mary Godwin Wollstonecraft, die als Jugendliche von London nach Schottland geschickt wird und dort den jungen Autoren Percy Shelly kennen lernt. Begegnungen mit Lord Byron und diverse Ereignisse, die letztlich zur Entstehung des zunächst anonym veröffentlichen Romans Frankenstein oder Der moderne Prometheus führt.

Sehr interessant, gut gemacht, aber – zu lang(atmig). Die Handlung plätschert sehr ausführlich vor sich hin, ein Highlight ist wie zu erwarten Lord Byron, aber er ist halt auch nur einer der Einflüsse. Da man die Geschichte ja nicht wirklich grundlegend ändern kann bzw. sollte, hätte man den Film IMHO etwas straffen und flotter inszenieren sollen. Etwas schade. Ihn im Kino gesehen zu haben war insofern gut, als dass man dort weniger Ablenkung hat und kein Kühlschrank oder Kater Aufmerksamkeit fordert.
Andererseits wäre er gut an einem dunklen Abend zu Hause zu sehen, wenn man es durchhält und sich wirklich ablenkungsfrei der Handlung widmen kann.

gesehen: Bohemian Rhapsody

Letzte Woche haben wir es endlich geschafft, uns den Queen-Film Bohemian Rhapsody anzusehen. Und nun schaffe ich es endlich, auch darüber zu schreibensurprise:


(Die Autokorrektur hat aus Freddie Freddy gemacht)

Der Film schildert die Geschichte von Queen von der Gründung bis hin zum Live Aid Konzert 1985. Dabei steht (natürlich) immer Freddie Mercury im Mittelpunkt.
Von der ersten Begegnung, als Freddie zur Band Smile von Brian May und Roger Tayler stiess, über die Entstehung und Aufstieg von Queen, dem Versuch als Solokünstler, bis hin zum legendären Live Aid Konzert.

Er ist im Detail sicher ungenau und die rosarote Fanbrille wird nie getrübt, aber das ist egal. Es ist keine Dokumentation, sonder eine emotionale Erinnerung.

Rami Malek spielt Freddie wirklich grandios, wenn man sein Spiel mit echten Aufnahmen vergleicht ist es fast unheimlich. Und bei Brian May glaubt man, er spiele sich selbst. Es ist aber Gwilym Lee. Auch Ben Hardy als Roger Taylor und Joseph Mazzello als John Deacon überzeugen. Einen netten Cameo hat Mike Myers

Eine herrliche Reise durch die Bandgeschichte! Man möchte mitstampfen und Klatschen bei der Entstehung von We will Rock you (die Stimmung im Kino war toll, hätte man machen können) und wird auch innerlich still, wenn beim Gespräch von Freddie mit seinem Arzt Who wants to live forever gespielt wird. Seine Beziehung zu Mary Austin (Lucy Boynton) und Homosexualität wird meines Erachtens angemessen thematisiert. Der Film endet mit dem fulminanten Auftritt beim Live Aid Konzert, da hatte er sich schon mit dem HI-Virus infiziert, was die Öffentlichkeit aber noch nicht wusste.

The Show must go on, bis zum bitteren Ende. Und ich glaube, er hat es genossen, so lange es ging.

Gelernt habe ich durch den Film aber erst, was für ein großer Katzenliebhaber Freddie warlaugh

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gesehen: The Guilty

Gestern gab es in der Sneak zur Abwechslung mal einen dänsichen Film. Obwohl wir hier direkt auf der Grenze leben, bekommen wir das selten. Andererseits: warum sollte sich ein Däne einen dänsichen Film in deutscher Synchronisation antun?
Der deutsche Titel des dänischen Films ist Englisch und lautet The Guilty indecision(Original Den skyldige) und handelt praktisch komplett am Telefon:

Asger Holm (Jakob Cedergren) ist Polizist und sitzt in der Notrufzentrale am Telefon. Es ist offensichtlich nicht seine reguläre Tätigkeit und eines Abends erreicht ihn der Notruf von Iben, die gerade entführt wird. Zur Tarnung mit ihm spricht, als spräche sie mit ihrer 6-jährigen Tochter. Um herauszufinden, wo sie ist und worum es eigentlich geht, spricht er auch mit ihrer Tochter und anderen Personen und verlässt dabei auch seinen Aufgabenbereich.

Als Zuschauer hört man via Telefon ebenso wie Asger die einzelnen Puzzleteile und muss sich ebenso ein Gesamtbild zusammen setzen. Die Handlung leitet das ein wenig durch Asgars Tätigkeiten, als Zuschauer gibt es zusätzlich aber auch noch ein Rätsel um Asgar selbst – wie erwähnt scheint er eigentlich auch auf der Straße zu arbeiten und nicht in der Notrufzentrale.

Der Film ist ein Kammerspiel und findet komplett in der Notrufzentrale statt, wie Asgar erleben wir die eigentliche Geschichte nur über das Telefon. Über weite Strecken funktioniert der Film fast wie ein Hörspiel. Auf die Art des Kammerspiels muss man sich etwas einlassen, dann ist der Film wirklich spannend. Der Film ist zwar ab 12 freigegeben, direkt vor uns wurde ein Mutter mit ihrem 12-jährigen Sohn allerdings abgewiesen, weil die Sneak grundsätzlich ab 18 ist – es ist ja nicht öffentlich, was für ein Film läuft. Und ehrlich gesagt könnten einige der gehörten Schilderungen für 12-jährige auch etwas viel sein. Gerade, weil sie nur via Telefon geschildert werden. Eine bildliche Darstellung kann man altersentsprechend schneiden, mit dem Kopfkino geht das nicht so einfach.
Das soll nun nicht heissen, dass der Film übermässig brutal wäre, ich komme nur wegen dem Vorfall am Einlass darauf. Bei der FSK gibt es auch keine Freigabebegründung (darin finden sich teilweise Begründungen auf einzelne Szenen genau), nur die glatte “ab 12” Freigabe.

Wenn dich ein Kammerspiel nicht stört ist The Guilty ein guter Film. Die Handlung ist nicht so eindeutig, wie es erstmal scheint, aber auch nicht so überraschend, dass man die Hintergründe nicht vor dem Ende ahnen könnte. Und: es ist kein Hollywoodfilm mit einem guten Ende für alle Handlungsstränge.

gesehen: Ballon

Gestern waren wir “à la carte” im Kino und haben uns Ballon angesehen, den neuen Film von Michael Bully Herbig – defintiv keine Komödie und auch das kann er verdammt gut:

Es ist die Geschichte der vielleicht spektakulärsten Flucht aus der DDR: 2 Familien nähen sich einen Heissluftballon und fliehen aus Thüringen nach Bayern (man muss schon verzweifelt sein, wenn man nach Bayern fliehtangel).

Keine Angst, das ist kein Spoiler, ebenso wie bei Titanic klar ist, dass das Schiff unter geht. Die Flucht ist wirklich geschehen, Geschehnisse, Orte und auch Namen sind echt.

Der Film konzentriert sich auf die Flucht, die natürlich nicht annähernd so einfach war, wie es im nachhinein so klingt. Über die konkreten Motive erfahren wir wenig, nur in einigen Szenen aus Gesprächen. Das klingt nach einer Lücke, aber dadurch vermeidet der Film die moralische Keule. Der Fall der Mauer ist nun 29 Jahre her, die Flucht 39 Jahre. Blickt man nach so langer Zeit zurück, sind die Verhältnisse in der ehemaligen DDR entweder unvorstellbar oder in der Erinnerung verklärt.
Aber der Film zeigt natürlich keine Handlung vor neutralem Hintergrund. Gleich zu Anfang sehen wir einen scheiternden konventionelle Fluchtversuch. Der ermittelnde Offizier lässt die Befehle der Grenzsoldaten zitieren, inklusive Schiessbefehl. Aber der Film gibt in solchen Szenen die Wertung nicht vor, als Zuschauer kann man sich selbst eine Meinung bilden. Und je nach Hintergrund und Erfahrung muss das nicht unbedingt immer gegen die DDR oder sein(e) Repräsentanten sein.

Der Film ist, was die Moral angeht, grau. Auch der ermittelnde Offizier ist zwar in seiner Aufgabe unerbittlich, aber kein Abziehbild eines Parteisoldaten. Man kann Verständnis oder zumindest Nachdenklichkeit erkennen – oder es für Taktik halten. Hier gibt der Film keine Interpretation vor, ebensowenig wie beim Stasi-Nachbarn. Denn auch wenn die meisten eine eindeutige Meinung haben dürften: weder die DDR, noch die Personen waren nur schlecht. Ebensowenig, wie die DDR das Arbeiterparadies war. Die Wahrheit ist grau, sie liegt irgendwo dazwischen. Es ist ein Dokuthriller, kein Geschichtsfilm.

Und so beobachten wir die beiden Familien, wie sie ihre Fluchtpläne umsetzen. Wie sie scheitern, immer wieder Gefahr laufen, erwischt zu werden. Und auch, wenn man weiß, wie die Flucht endet fiebert man mit. Nach einer schwächeren ersten Viertelstunde wird der Film sehr intensiv, man fühlt sich in die DDR versetzt und drückt der Familien die Daumen, leidet mit ihr bei Fehlschlägen.

Der Film endet mit Originalbildern der Flucht vor fast 40 Jahren und das ist nach den Emotionen am Ende der Flucht noch einmal ein Kick. Denn auch, wenn man die ganze Zeit weiß, dass die Flucht wirklich so passiert ist, wird es durch die Originalbilder wirklich real, lässt die Kinodistanz verschwinden.

Bullys erster Thriller ist in meinen Augen eine eindeutige Empfehlung und für mich auch noch umso beeindruckender, weil potenziell jeder Zuschauer zumindest das Ende kennen könnte. Dennoch fesselt der Film spätestens nach der ersten Viertelstunde die ganze Zeityes

gesehen: Die Unglaublichen 2

Ich war faul, ich muss ja noch die Sneak von letzter Woche bloggen surprise

Denn da lief nach einigen mäßigen Wochen mit Incredibles 2 ein richtig guter Film:

Unsere bekannte Familie Inredible Parr aus dem ersten Teil lebt ihr ziviles Leben so gut es geht vor sich hin. Superhelden sind illegal und so müssen sie ihre Kräfte im Zaum halten. Superschurken stört das natürlich nicht cheeky.
Der reiche Unternehmer Winston Deavor rennt bei ihnen und den anderen illegalen Superhelden offene Türen ein mit seinem Plan, die Superhelden zu rehabilitieren und wieder legal zu machen. Aber so einfach ist es nicht, jemand will genau das endgültig verhindern…

Der erste Teil ist vor 14 Jahren in den Kinos gewesen, der Fortsetzung sieht optisch die knapp anderthalb Jahrzehnte nicht an. Und das ist gut so, die für heutige Verhältnisse recht primitiv gezeichneten Figuren haben ihren alten Charme behalten. Feiner gezeichnete Figuren hätte IMHO nicht als Fortsetzung funktioniert, es hätte nicht gepasst. Technisch gesehen ist der Film natürlich schon deutlich moderner gezeichnet, das erkennt man vor allem bei Kameraschwenks.
So kann man sich aber an den nicht nur optisch bekannten Figuren erfreuen, auch die Charaktere erkennt man sofort wieder. Mr. Incredible muss damit klarkommen, dass Elastigirl hier eine größere Rolle spielt, als er. Das gelingt ihm so gut, wie du es dir gerade vorstellst laugh. Aber das Highlight auf Superhelden-Seite ist definitiv Baby Jack-Jack, wirklich ein Knaller! Der bekommt in ein paar Jahren bestimmt einen eigenen Film wink
Die Story unterhält gut, auch wenn sie natürlich nicht die komplexeste der Filmgeschichte ist. Den durchschnittlichen Tatort übertrifft sie aber durchaus (ok, die Hürde ist nicht hochcool).

Wenn du den ersten Teil gemocht hast, wirst du den zweiten genauso mögen. Und falls nicht, dur aber etwas mit Animationsfilmen anfangen kannst, freu dich auf Jack-Jack smiley

gesehen: Book Club

Gestern waren wir mal wieder in der Sneak, es lief der Book Club:

Wie man lesen kann, hat er mich nicht gerade umgehauen. Die Idee klang durchaus witzig: 4 ältere Frauen, alle wohl kurz vor dem Ruhestand, treffen sich seit ihrer Jugend monatlich zu einen Buchclub und besprechen ein Buch. Das ist dann eines Tages 50 Shades of Grey.
Daraus hätte man wirklich etwas gutes machen können, leider ging es schon vorher den Klischeebach herunter (kleine Spoiler): 4 Frauen, alle haben ein eigenes Problem mit Männern. Eine hat einen Mann im frischen Ruhestand, mit dem es seit dem nicht mehr richtig läuft. Die nächste ist seit 18 Jahren vermeintlich glücklich geschieden, hängt ihm aber noch immer nach, obwohl er eine Neue hat. Die nächste ist Witwe und wird von ihren Kindern bemuttert. Und Nummer 4 will sich nicht binden, trifft aber ihre Jugendliebe wieder.
Kein echter Spoiler: alle 4 Schicksale entwickeln sich so, wie du es dir gerade gedacht hast frown

Man hätte da wirklich etwas draus machen können, aber der Film besteht nur aus den 4 Klischeefrauen und -Schicksalen, die sich auch genauso entwickeln, wie man es von der ersten Sekunde erwartet. Angereichert mit offensichtlichen Gags und so ziemlich jeder Moralkeule, die man sich in Punkto Beziehung und/oder ältere Leute denken kann.
Immerhin ist er keine komplett verschwendete Lebenszeit, man kann wunderbar in der Zeit schlafen wenn man es schafft, wegzuhören. Dann muss man auch nicht die furchtbaren green screen Aufnahmen ertragen, die fast alle Außenaufnahmen darstellen. Die Schauspieler sind schlecht eingepasst, die Schärfe passt nicht, qualitativ knapp da Niveau der 80’er no.

gesehen: Searching

Nach Monaten vor dem Grill war das Wetter gestern zwar warm, aber Sneak-tauglich. Also stand nach gefühlten wie realen Ewigkeiten mal wieder die Sneak Preview auf dem Programm. Von Crunchips gesponsert gab es für jeden eine 20g Tüte Chips und als Film Searching:

Stilistisch kombiniert der Film das normale Realbild mit den Computerbildschirmen, die heutzutage immer präsent sind. Wir sehen den Desktop von Windows XP, auf dem sich Familie Kim vor anderthalb Jahrzehnten anfängt, Bilder und Videos zu verwalten. An E-Mails erfahren wir von der Krankheit der Mutter, an Kalendereinträgen verschobene Entlassungstermine usw..
Es ist der Auftakt zur Gegenwart, in der Vater David Kim (John Cho) seine 16-jährige Tochter Margot (Michelle La) allein aufziehen muss. Auch hier ist die Kommunikation via Messenger und Smartphone immer präsent. Eines Tages verschwindet Margot und David macht sich in ihren Social Media Accounts auf die Suche nach Freunden, Hinweisen und dem Wesen seiner Tochter.
Gemeinsam mit der engagierten leitende Polizistin versucht er herauszufinden, ob sie ausgerissen ist oder ein Unfall oder Verbrechen geschehen ist. Mit jeder Spur stellt er fest, dass er seine Tochter nicht so gut kennt, wie er glaubt.

Das auffälligste Merkmal ist definitiv die Kombination des Realbildes mit den Bildschirmen, das habe ich so stark noch nicht gesehen. Letztlich ist es heutzutage wohl auch eher normale Ermittlungsarbeit, aber hier kann man direkt zusehen, wie über mehrere Accounts das Passwort zurückgesetzt wird. Nichts neues, wenn man sich mal damit beschäftigt, aber hier werden selbst die Buchstaben im Textfeld zu Darstellern. Alle Bildschirme sind dabei gut übersetzt und soweit ich das beurteilen kann auch Originalgetreu.

Der eigentliche Fall ist solide, mit den üblichen filmischen Freiheiten. Er hat ein, zwei Plottwists, die ich nicht erwartet habe und wäre an sich schon ein guter Film. Kein Kinohighlight zwar, aber erheblich besser als die Xte Variaton des immer gleichen Liam Neeson Films ala The Commuter.
Die Darstellung der Computerbildschirme gibt dem Film das gewisse Extra. Allerdings auch nur, weil es das so bisher nicht gab. Ein zweites Mal wird dieses Stilmittel so definitiv nicht funktionieren. Aber hier war es gut und passend. Man hat etwas das Gefühl, dass irgendwer gemerkt hat, dass das Wählscheibentelefon an der Wand ausgedient hat.

Ich fühlte mich gut unterhalten und auch wenn storytechnisch einiges auf den Bildschirminhalten basiert bzw. durch sie funktioniert: Man sieht sie halt und was z.B. die Polizeiarbeit angeht werden echte Polizisten hier nicht öfter die Hand vor die Stirn schlagen, als bei anderen Thrillern wink.