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Im Kletterpark Martinstift

Flensburg

Gestern waren wir zum Sommerfest der Firma im Kletterpark Martinstift in Flensburg. Wusste bis dahin gar nicht dass wir sowas hier haben eek

Ist aber eigentlich kein Wunder, denn er ist nicht wie der Hochseilgarten Altenhof wo man einfach nach einer Einweisung in die Bäume kann.Pamper Pole Kletterpark Martinstift
Hier gibt es keine Sicherungsleinen an die man sich einklinken kann, hier wird man von anderen Leuten gesichert. Es ist also für Gruppen gedacht und das geht nur mit Anmeldung. Ansonsten ist es aber vergleichbar mit dem Unterschied, dass es keine Parcoure gibt sondern immer nur die einzelnen Abschnitte die man einzeln absolviert. Der Schwierigkeitsgrad ist auch eher hoch und viele muss man zu zweit absolvieren. Also doppelte Gruppendynamik: zu zweit über das Hindernis und von den anderen Gruppenteilnehmern gesichert. Daher sind auch immer Mitarbeiter dabei.

Auf dem Foto sieht man den Pamper Pole, ein 6,5m hoher Pfahl den man erklimmt und anschliessend einfach einen Schritt ins ‘nichts’ machen soll. Gehalten wird man von 2× 3 Gruppenteilnehmern, hier braucht man also schon 7 Leute in der Gruppe. Bei Bedarf wird aber auch von den Angestellten geholfen.

Der Park ist ein tolles Erlebnis für Gruppen, mir persönlich ist der Hochseilgarten in Altenhof/Eckernförde aber lieber weil dort der Schwierigkeitsgrad niedriger anfängt und wenn man erstmal oben ist auch durch den ganzen Parcours muss und sich nicht jedes mal überwinden muss überhaupt nach oben zu steigen. Mag an meiner Höhenangst liegen.

Mit Höhenangst im Hochseilgarten

Wir hatten einem Freund einen Ausflug zum Geburtstag geschenkt. Wohin hatten wir nicht verraten, er bekam nur eine Liste mit Dingen die er mitnehmen sollte. Darunter Dinge wie Taschenlampe, Besteck, Naschkram und Tesafilm. Sollte ja auch nicht zu eindeutig sein.
Gestern ging es los, es ging in den Hochseilgarten Eckernförde/Altenhof.
Ein Hochseilgarten ist eine Art Abenteuerspielplatz in Bäumen:

Wobei ‘Spielplatz’ nicht wirklich passt, es sind einzelne Parcours in denen man auf variierenden Wegen von einer Plattform auf die nächste klettert. Das kann ein gespanntes Drahtseil sein oder eine Seilbahn. Oder fürchterlich wackelnde Podeste.

Eine ziemlich geniale Sache. Da ich bisher nur darüber gelesen hatte wollte ich mir die Sache erstmal ansehen und dann entscheiden ob ich auch selbst klettere. Denn neben den Temperaturen im unangenehm hohen Bereich hatte ich aus einem weiteren Grund bedenken:

Ich habe Höhenangst!

Kletterwand in luftiger Höhe
Nicht wirklich dramatisch in der Auswirkung, mir wird nicht schwindelig oder schlecht oder so. Ich bekomme einfach ein Unsicherheitsgefühl und werde unbewusst langsamer und kann dann einfach nicht schneller vorran.
Das Ganze fällt auch kaum Bewusst auf, ich merke es nur wenn andere Leute (Kinder!) an mir vorbeirennen und ich auch wenn ich es versuche nicht schneller kann.
Da ich aber etwas zu spät kam griff der Gruppenzwang voll zu und da ich mich auch nicht wirklich wehrte schaffte ich es gerade noch so zu den anderen zur Sicherheitseinweisung.
Da die Wege zwischen den Plattformen so ziemlich das Gegenteil von festbetonierten Brücken sind ist das auch notwendig. Man sichert sich jederzeit mit 2 Sicherheitsleinen, bei Seilbahnen und dem Aufstieg kommt noch eine Dritte dazu. Das gibt dem Kopf das Wissen um Sicherheit, im Bauch kommt davon aber nicht immer etwas an eek
Nach der Sicherheitseinweisung ging es an die Parcours. 8 gibt es dort: 1 und 2 sind leicht, 3 und 4 mittel, 5-7 schwer und 8 “sehr schwer”. Das Ticket kostet 15€ und gilt 4 Stunden, in der Zeit kann man in den Parcours rumklettern wie man will. Da die Schlange vor den leichten recht lang war (es darf immer nur einer auf einem Weg sein und 2 auf jeder Plattform) wollte die einzige Person in unserer Gruppe die schon mal in so einem Kletterding war (Sportlehrerin) mit einem mittleren Parcours anfangen. Und wo ich schon mal da war hab ich mich angeschlossen und mit Parcours 3 angefangen.

Es gibt bessere Ideen wenn man Höhenangst hat.

eine Seilbahn in Aktion
Grundsätzlich waren die einzelnen Wege gar kein Problem. Aber ich merkte doch deutlich die Unsicherheit, vor allem beim betreten des Weges. Der erste Schritt war der Schwierigste. Wenn man sich zwingt ruhig zu bleiben gehen die weiteren dann doch erstaunlich gut. Nach dem Parcours hatte ich nicht direkt Lust weiterzumachen, ist doch recht anstrengend. Das Gefühl war aber schon nach ein paar Minuten verflogen so dass ich, nachdem ich einen halben Liter Schweiß nachgefüllt hatte, gleich auf den nächsten Parcours bin.
Im schwitzen äusserte sich die Höhenangst am deutlichsten. Es war gar nicht mal sehr heiss und in den Bäumen sowieso geschützt. Für den Körper war die (moderate) Höhe mit der Unsicherheit aber eine Menge Stress der aber nicht Bewusst wurde sondern sich in starkem Schwitzen äusserte. Glücklicherweise am Körper, nicht an den Händen. :O Die Unsicherheit wurde vermutlich auch noch dadurch verstärkt, dass bei meinem Unfall vor zwei Jahren der Gleichgewichtssinn stark beeinträchtigt wurde und seit dem nur Normal und Trainigssituationen lernen konnte und für solche Extremsituationen mit wankendem Grund und nur Seilen als Halt einfach kein ‘Programm’ mehr hat.

Das klingt jetzt vielleicht wie eine schlimme Erfahrung, aber das Gegenteil ist der Fall: Der Nachmittag war super und man bekommt ja auch fast sofort Erfolgserlebnisse. Der erste Schritt ist schwer aber danach ist fast jeder weitere ein Erfolg. Es wird immer leichter. Schneller wurde ich zwar subjektiv nicht, aber der erste Schritt ging doch immer öfter leichter.

Ein Riesenspass! Das mache ich auf jeden Fall bald wieder. Allerdings erstmal nur bis zum mittleren Schwierigkeitsgrad, die schweren haben es schon in sich und sind 12 – 20m hoch in den Bäumen. Und der Gedanke an eine Kletterwand in 15m Höhe (Bild rechts) weckt noch keine Vorfreude in mir wink