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Warten, warten, warten

So, weiter geht es in der gefühlt unendlichen Geschichte.

Nach der Überflutung kam letzte Woche der Neustart und hier nun die weiteren Details, warum aus 3-4 Wochen fast ein halbes Jahr wurde.

Der Wassereinbruch durch den Starkregen war am 31. Juli 2019, zwischendurch mussten wir ausziehen und konnten dann am 03. Januar 2020 wieder in die Wohnung zurück. Komplett eingerichtet sind wir noch immer nicht, aber zumindest sind alle Möbel aus dem Container wieder in der Wohnung.

Container… eine der Verzögerungsgründe. Doch von Anfang an:

Wie schon im vorigen Beitrag erwähnt hatte der Trockenexperte ja festgestellt, dass er wegen einem Wärmeisolierflies die Estrichwanne unter dem Holzboden der beiden betroffenen Räume nicht trocknen kann. Die Böden mussten also raus (das Holz selbst war noch in Ordnung und sollte dann auch wieder rein) und wir deswegen auch.

Die Möbel und alles weitere wurden also ins an das Wohnzimmer angrenzende Arbeitszimmer geräumt. Am Tag der Überflutung war da eh schon alles was akut betroffen rein evakuiert worden.
In der nächsten Woche kamen dann die Tischler und holten die Böden und die Flies raus. Dabei stellten sie fest, dass die Estrichwannen von Wohn- und Arbeitszimmer an der Tür verbunden sind und dementsprechend auch das Arbeitszimmer geräumt werden muss. Nur wohin?

Die Lösung war letztlich einfach: ein Schiffscontainer. Kann man einfach mieten, die sind gar nicht mal teuer (bezahlt die Versicherung). Hauptunterschied war die Kaution von Symbolisch bis hin zum Neupreis des Containers.
Also den Container bestellt, er sollte auf die Auffahrt direkt an die Eingangstür. Termin eine Woche später. An dem Freitagmorgen dann aber ungläubige Blicke. “Ende Auffahrt zwischen zwei Häusern” hat der Disponent irgendwie anders interpretiert als beabsichtigt und den 20’ Container mit einem Anhänger geschickt, der zwei Container transportieren kann. Und mit nem 14m Anhänger kann man wirklich schlecht in die Auffahrt und dann auch noch den Container per Kran absetzen. Der Fahrer hatte sich das auch schon nach einem Blick auf Google Maps gedacht gehabt, aber was hat der schon gegen einen Disponenten zu sagen.

Also brauchten wir einen neuen Termin mit geeignetem Fahrzeug. Der war dann nach etlichen Telefonaten wegen nicht erfolgter Rückrufe zwei Wochen später. Wir konnten also drei Wochen, nachdem feststand, dass das Arbeitszimmer geräumt werden muss, selbiges auch leerräumen.
Zu dem Zeitpunkt waren die optimistisch geschätzten 3-4 Wochen Trocknungszeit in der wir ausziehen müssen auch schon erreicht. Und sowohl Wohnzimmer als auch Schlafzimmer trocken – nur ohne Boden und die Wände sollten auch gemacht werden. Das Arbeitszimmer wurde dann in der Woche drauf (der Container kam an einem Freitag) auch vom Boden und Isolierflies befreit und ein Trockner im Raum platziert.

Frust, weil eigentlich schon alles wichtige trocken war und wir so lange auf den Container warten mussten.

Immerhin war in der Zwischenzeit schon der Maler von der Versicherung da und hatte sich angesehen, was zu tun ist. Wollte noch wissen, was wir für Tapeten an die Wand haben wollen und daraufhin einen Kostenvoranschlag erstellen.
Der Tischler war die ganze Zeit im Prinzip bereit. Nur noch warten auf das Arbeitszimmer und anschliessend sollte der Maler nur den Putz ausbessern und tapezieren. Aber erstmal warten, dass das Arbeitszimmer trocknet. Zum Glück war es ja nur indirekt betroffen, das sollte nicht so lange dauern.

Das Arbeitszimmer wurde trocken. Der Tischler war mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass ein neuer Boden schneller und günstiger ist, als den alten Boden wieder herzurichten. Mir egal, hauptsache Boden.

Wer sich nicht meldete, war der Maler. Weder auf Kontaktversuche von uns (bzw. unseren Vermietern), noch auf die Versicherung reagierte er. Die Versicherung wollte den aber schon haben. Hätte er gesagt, dass er keine Zeit oder Lust hat, wäre ja alles in Ordnung gewesen. Aber so war das praktisch eine Denial of Service Attacke gegen uns.

Und uns lief die Zeit davon. Zwar hatten wir eine an sich gute Ausweichwohnung auf der anderen Straßenseite gefunden, aber maximal bis Ende des Jahres. Zum Januar 2020 sollte (und gab) es einen Wechsel des Betreibers des Dorfkrugs und der neue Wirt benötigt die Wohnung – die vorher auch noch renoviert werden sollte. Und wir hatten schon November…

Irgendwann platzte dann mal die Hutschnur und es wurde auf den Maler der Versicherung gesch*** und selbst jemand gesucht. Der kam dann auch und hat sogar einen Kostenvoranschlag eingereicht, der von der Versicherung auch abgenickt wurde. Nur der Termin: ab 20. Januar 2020surprise.

Besser als gar kein Termin! Ich wünsche dem von der Versicherung bevorzugten Maler noch immer alles Schlechte auf diesem Planeten.
Wir hatten dann aber nochmal extra Glück: im Gespräch bei der Weihnachtsfeier kam heraus, dass die Maler, die bei uns in der Firma regelmässig kommen, Zeit hätten. Eine Whatsapp, ein Telefonat und am nächsten Tag kamen sie zum gucken. Und haben den Auftrag übernommen. Mittlerweile war es übrigens Anfang Dezember.

Nachdem die Maler von Raumschön (Empfehlung!) den Auftrag bekommen hatten war das Schlafzimmer in Nullkommanix fertig und war umwerfend gut geworden.
Umgeworfen wurde ich dann aber auch wieder, weil der Tischler plötzlich dazwischen grätschte. Zusammen mit einem andern Handwerker wollte er nicht arbeiten und es gab wohl auch Unmut wegen der Katzenkamera. Ab dem 06. Januar sollte plötzlich erst der Boden kommen. Und unsere Zeit lief ab…

Der Maler sah kein grundsätzliches Problem darin, in der gleichen Wohnung wie die Tischler zu arbeiten. Man muss sich halt mit den Räumen einigen. Und ich hatte mir eh noch Urlaub für den Einzug aufgespart und so konnten wir dem Tischler auch das Angebot machen, dass wir zwar die Möbel zum 1. Januar schon wieder in die Wohnung transportieren müssen, ich dann aber Urlaub habe und den ganzen Tag da bin um tragen zu helfen.

Letztlich wurden die Böden dann in der Woche vor Weihnachten gelegt. Leider dauerte das länger als gedacht, so dass die Maler Wohnzimmer und Arbeitszimmer nicht mehr fertigstellen konnten. Das sollte direkt im neuen Jahr am 2./3. Januar geschehen.

Für die paar Tage war das grundsätzlich kein Problem. Entspannung. Der Umzug war dann für den 4./5. Januar geplant.

Dann ein Anruf: der neue Wirt kommt schon am 3. Januar Abends. Ups!
Wir hatten ihn schon kennengelernt und das Schlafzimmer in unserer Wohnung war ja  schon fertig. Mit den restlichen Möbeln wird man sich bestimmt einig…

Also am 2. morgens gleich in unsere Wohnung um mit den Beiden von Raumschön abzuklären, ob wirklich bis zum 3. (Freitag) alles fertig wird und ggf. was abzusprechen. In der Nacht war ich um 4 schonmal rüber gegangen, um mir eine Kopfschmerztablette zu holen. Wir waren ja nur für 3-4 Wochen umgezogen und Dinge die ich normalerweise nicht brauche waren halt nicht mitgekommen.

Wunderbare Nachricht der Beiden: Die Wohnung wird heute fertig. Am Donnerstag! Und das haben sie auch geschafft. Es fehlte nur ein Tag (und mir unendlich viele Nerven).

So konnten wir also am Freitag relativ in Ruhe umziehen, nur für die schweren Sachen brauchten wir zum späten Nachmittag noch Helfer. Letztlich haben wir es 2 Stunden bevor der neue Wirt ankam erledigt gehabt.

Punktlandung!

Letztlich hatten alle Recht, die schon im August sagten, dass dauert bis Ende des Jahres. Das frustrierende war aber wirklich, dass es praktisch nichts zu tun gab, nur warten. Immer warten.
Aufs trocknen warten war da noch das kleinste Übel. Aber Wochenlang auf den bestellten Container warten und vor allem die Kommunikationsverweigerung des von der Versicherung bestellten Malers war das Allerletzte. Ich gönne es jedem Handwerker, wenn er viel zu tun hat. Und ich sehe bzw. höre auch von allen Seiten, dass es momentan auch unmöglich ist, Personal zu bekommen. Wenn ihr es nicht schafft, ist das zwar doof, aber nicht zu ändern.

Aber was gar nicht geht ist, sich nicht zu melden! Kommunikationsverweigerung ist das Schlimmste überhaupt. Man kann über alles reden und auch wenn die Nachricht für mich Scheiße ist, so weiß ich es dann wenigstens. Aber in der Scheiße zu stehen und es nicht gesagt bekommen ist das Übelste überhaupt. Und deswegen verfluche ich Dich! Nicht, weil du keine Zeit oder von mir aus auch keine Lust hattest.

Abschliessend möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken und um Entschuldigung dafür bitten, dass auch bei mir zwischendurch die Nerven blank lagen.

Mein Rat aus der Geschichte an Dich: kontrollier’, was Deine Versicherung in so einem Fall zahlt. In diesem Fall hat die Elementarversicherung der Vermieter die Schäden an der Wohnung übernommen. Nicht aber am Inhalt der Wohnung, sofern sie nicht mit vermietet sind. Sprich, alles was uns gehört in der Wohnung ist unser Problem. Unsere Sachen sind bis auf eine Mehrfachsteckdose heil geblieben, da haben wir Glück gehabt (oder schnell genug reagiert). Aber auch die Ersatzwohnung war komplett unser Problem! Die Elementarversicherung unserer Vermieter bezahlt deren Schaden, sprich unsere Mietkürzung. Aber wo wir bleiben ist nicht deren Sache. Dafür wäre unsere Hausratversicherung zuständig. Da habe ich zwar das große Paket mit extra Schleife drumrum, aber bei Wasserschäden zahlt die nur für Wasser, das schon im Haus war, sprich z.B. aus geplatzten Rohren kommt. Da gab es auch einen netten Fachbegriff führ. Elementarschäden/Oberflächenwasser ist da nicht abgedeckt und muss extra versichert werden.
Und das betrifft nicht nur Wohnungen im Erdgeschoss, an jenem Tag im Juli letzten Jahres kam so viel Wasser auf einmal, dass es über Balkone auch in Wohnungen in höheren Stockwerken geflossen ist. Und das ist dann auch das Problem des Mieters, wenn er niemanden findet, der Schuld hat. Abfluss nicht gereinigt hat oder zu klein (aber nur für übliche Mengen) dimensioniert.

Neben baulicher Maßnahmen, die dieses Jahr noch kommen sollen, habe ich mir zur Alarmierung auch noch etwas angeschafft: Der Shelly Flood ist ein kleiner Smarthome-Plastikpuck, der Alarm gibt, sobald er naß wird oder es friert (um einfrieren zu verhindern). Das Ding ist kompatibel mit einer Reihe von Smarthome-Systemen, spricht u.a. MQTT. Ohne bestehendes System gibt es eine Alarmierung via Smartphone-App und E-Mail. Diese kleinen Dinger gibt es auch nativ für die meisten Smarthome-Systeme. Macht sich auch gut neben der Waschmaschine…

Damit gebe ich zurück an die Sendezentrale und melde mich in den nächsten Tagen zurück mit Optisch/Akustischer Wahrnehmungsstörung und warum ein Chromebook für mich der ideale Laptop geworden ist.

 

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