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Rohes Fell ist feiner (RAW Bilder am Smartphone)

Foto

Seit 6 Wochen habe ich das Huawei Mate 10 Pro und mache damit fleissig Fotos. Bisher knapp 13GB – davon 8GB im RAW/DNG Format.

Die mit Leica gemeinsam entwickelte Kamera des Mate 10 Pro ist wirklich super, manchmal geschehen aber Fehler in der unumgänglichen Aufbereitung. Jede Digitalkamera, egal ob im Smartphone oder Spiegelreflex, interpretiert und verarbeitet die Bilder noch bevor man sie sieht. Dem Mate 10 Pro gelingen (bei Farbeinstellung “Normal”) sehr neutrale und realistische Bilder. Andere Smartphones neigen oft zu sehr knalligen Ergebnissen, die auf den ersten Blick toller aussehen. Aber halt eigentlich falsch sind.

Manchmal ist die Bildaufbereitung der Kamera völlig durch den Wind und produziert Ergebnisse wie hier mit unserem Kater Tuffi:

Tuffi mit verklebtem Fell

Sieh Dir das Bild ruhig mal groß an (draufklicken) oder/und vergleiche unten mit dem, was eigentlich aufgezeichnet wurde. Dieses Bild hier ist jedenfalls der Auflösung und Optik der Kamera nicht würdig.
Eigentlich hat die Kamera ihn aber gut eingefangen, der Fehler liegt in der Verarbeitung. Das zusätzlich gespeicherte Rohbild rettet die Aufnahme:

Die Rohbilder enthalten direkt die Rohdaten des Kamerasensors. Sie sind entsprechend groß, statt 3-5MB des JPEG sind es eher 20-25MB pro Bild.
Das Mate hat 128GB Speicher, da lasse ich die mit speichern, denn der Platz ist da und man kann sie ja auch wieder löschen wink. Damit die Rohdaten gespeichert werden muss man das grundsätzlich in den Einstellungen aktivieren (klar) und im Pro-Modus fotografieren. Auch der arbeitet erstmal mit automatischen Parametern, man sieht sie aber und kann sie ändern. Braucht man aber nicht, die automatischen Werte passen eigentlich immer.

Man erhält im Pro-Modus dann also auch die Rohdaten des Farbsensors, an die des Schwarz-Weiss Sensors kommt man so leider nicht. Die Kamerasoftware kombiniert die Rohdaten beider Sensoren, von Hand geht das also nicht. Allerdings kann das glaube ich auch keine RAW-Software.

Zurück zu Kater Tuffi.
Die Automatik hatte sein Fell und praktisch alle Konturen ja optisch “verklebt”. In den Rohdaten (DNG) kann man aber sehen, dass das Fell eigentlich sehr fein aufgenommen wurde. Also habe ich es direkt auf dem Smartphone in Lightroom CC importiert und wieder exportiert. Das war es auch schon. Schon hat Tuffi wieder sein feines Fell wie die Kamera es aufgezeichnet hat. Das Bild aus Lightroom ist trotz etwas geringerer Auflösung 4x so groß wegen der Details:

Tuffi detailiert aus Lightroom CC gespeichert

Für diesen Zweck reicht das, was Lightroom kostenlos bietet völlig aus. Ich glaube, man muss sich bei Adobe anmelden, ich habe für die mit dem Adobe-DRM “geschützten” eBooks eine Adobe-ID, ansonsten kann man einfach eine Wegwerfadresse verwenden. Alternativ geht auch Snapseed, das hängt bei mir aber immer mit der Meldung “entwickeln” und man merkt bei Lightroom, dass es für die Verarbeitung von RAW/DNG Bildern konzipiert wurde.
Am PC ginge ebenso Lightroom, da weiss ich aber nicht, ob man das kostenlos sinnvoll nutzen kann. Ich verwende schon weil es sie nativ für Linux gibt RawTherapee oder Darktable, beide sind kostenlos und open source.

Lightroom CCPraktisch verwende ich aber fast immer das Smartphone für die RAW Verarbeitung für die Bilder vom Smartphone. Dazu kommt es zu selten vor und es reicht dann auch, die Bilder direkt wieder zu exportieren oder je nach Geschmack noch eines der Standardprofile auszuwählen. Denn eigentlich hat die Kamera das Motiv ja korrekt eingefangen. Normalerweise sind die Bilder der Kamera auch stimmig, dass ich diesen Weg nehmen musste kann ich bisher an einer Hand abzählen. Es ist also nicht notwendig, sondern bietet die Chance, Bilder zu retten oder bei problematischen Motiven das ein oder andere Detail herauszuarbeiten.

Über die Profile und Einstellmöglichkeiten auch der kostenlosen Lightroom-Version kann man aber auch noch einiges an der Bildstimmung ändern und das mit besserem Ergebnis als jede App, die das bereits interpretierte JPEG als Ausgang nehmen muss.
Der Nachteil beim Mate 10 Pro ist halt, dass man den Pro-Modus verwenden muss und damit auf die Szenenerkennung verzichten. Das Mittagessen sieht zwar auch im Pro-Modus genauso Social Media kompatibel lecker aus, wie in der Vollautomatik, aber z.B. bei Portraits mit Bokeh Effekt macht die Automatik schon mehr, als nur die große Blende zu aktivieren. Hier lohnt es sich, im Zweifel in beiden Modi Aufnahmen zu machen und einige Zeit zu experimentieren und Erfahrung zu sammeln.
Ich fotografiere mittlerweile fast ausschliesslich im Pro-Modus und mache je nach Gefühl noch ein zweites Bild mit der Vollautomatik.

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