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gesehen: Ready Player One

Schon als ich das Buch gelesen hatte, habe ich mich auf die Verfilmung gefreut und vorgestern haben wir uns den Film angesehen:



Die Geschichte hatte ich beim Buch schon zusammen gefasst, hier daher nur kurz:
Nachdem die Erdölvorräte verbraucht sind leben die meisten Menschen in Slums. Ablenkung finden sie in der virtuellen Welt der OASIS, selbst Schulen wurden dorthin verlagert. Dessen Schöpfer ist vor fünf Jahren gestorben und hat in seiner Welt ein Easter-Egg hinterlassen. Wer die drei nötigen Schlüssel zu ihm findet erlangt die Kontrolle über die OASIS. Jeder mit Zeit sucht es, sowie ein Heer von Mitarbeitern des zweitgrössten Unternehmens, das die OASIS übernehmen will.

Ein Buch wie Ready Player One zu verfilmen ist nicht einfach. Die Tricktechnik schafft aber die Grundlage, eine Welt zu beschreiben, die nur durch die Fantasie der Bewohner begrenzt wird. Und Spielberg hat es geschafft, die Geschichte auf die Leinwand zu retten. Sicher auch durch das Mitwirken des Buchautors Ernest Cline am Drehbuch.
Im Buch dreht sich alles um die Popkultur der 1980’er, in der Zeit ist der Erschaffer der OASIS aufgewachsen und darin hat er seine Hinweise versteckt. Im Film ist das nicht ganz so präsent. Anspielungen auf Filme usw. sind weiterhin 80’er, die Aufgaben, die mit Computerspielen zu tun haben aber nicht. Während im Buch die Aufgaben meist an Spielautomaten aus Ende der 70’er und Anfang der 80’er augetragen werden, ist es beispielsweise am Anfang ein Rennen, das die Kandidaten in virtuellen Fahrzeugen selbst fahren. Klingt erstmal auf das Buch bezogen falsch, aber auch hier merkt man, dass Cline seine Finger im Spiel hatte. Die Schwierigkeiten sind unmittelbar aus Spielen der 80’er entnommen und es würde auf der Leinwand reichlich öde aussehen, wenn man einen Haufen Spieler an Spielautomaten zeigen würde. Meines Erachtens ist das geschickt an das Medium angepasst und immer stimmig begründet. Und das wichtigste Spiel wird auch im Film an einer Atari Spielkonsole gespielt.

Spielberg ist für viele ikonische Filme der 1980’er verantwortlich und Ready Player One fühlt sich ein wenig an wie früher. Ein fantastisches Abenteuer mit dem Zauber wie früher die Goonies, Zurück in die Zukunft oder Roger Rabbit.
Auch wenn man nichts mit dem ganzen Computerspielkram anfangen kann funktioniert der Film. Die virtuelle Fluchtwelt funktioniert, weil sie auch für Laien so vorstellbar ist und die triste Realität auch denkbar ist. Und wem das im Trailer und Film gezeigt sehr nach einer Effektorgie vorkommt: ja, das ist es. Und es zeigt höchstens im Ansatz die Welt, die im Buch geschildert wird. Da wird sehr Rücksicht genommen auf die Kinobesucher cheeky.
Inhaltlich ist das Buch gut umgesetzt. Natürlich nimmt der Film ein paar Abkürzungen, damit er unter 15 Stunden Laufzeit bleibt wink. Insgesamt passt die Geschichte aber, einige Dinge wurde ausgelassen und die Figur von Ogden Morrow deutlich geändert, aber auch das bleibt stimmig. Das Team aus Buchautor Ernest Cline und Zak Penn (Last Action Hero, The Avengers) funktioniert bestens.

Buch und Film erzählen die gleiche Geschichte auf unterschiedliche Art und Weise. Wer nicht erwartet, dass das Buch Wort für Wort umgesetzt wird (das ungekürzte Hörbuch läuft knapp 15 Stunden, willst Du das wirklich am Stück sehen?) wird vom Film nicht enttäuscht werden und wer das Buch noch nicht kennt kann sich auf eine noch viel fantastischere Welt freuen.

Seht euch den Film im Kino an! Und durchaus auch in 3D. Es ist sehr gut gemacht, erweitert den Eindruck und ist kein Selbstzweck.

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