Neulichschrieb ich noch vom geplanten Verkauf, nun lese ich, dass der SH:Z selbst einkauft. Und zwar die Elmshorner Nachrichten und das Pinneberger Tageblatt von Axel Springer. Bzw. dessen Beteiligung.
Für den SH:Z hat dies sicher Sinn, es vervollständigt das Portfolio an Zeitungen in Schleswig Holstein. 16 sind es jetzt. Dazu noch die Sonntagszeitung ‘Schleswig-Holstein am Sonntag’, ‘Nord Sport’ und diverse Anzeigenblätter.
Soll dies die eigene Position stärken oder/und nur den Wert der Verlagsgruppe steigern?
Ich habe keinen Einblick in die Zeitungswelt, aber gefühlt ist der SH:Z, dem ja auch die Handballwoche gehört, kein kleiner Fisch im Holzsee.
Na sowas. Aus dem Norden kommt nicht nur Spitzenhandball – mit Kiel, Flensburg und Hamburg kommen die derzeit besten drei Mannschaften der Bundesliga aus dem Norden, auch die Zeitschrift “Handballwoche” kommt demnächst von hier. Wie WuV berichtet haben der SH:Z und die Kieler Nachrichten die Zeitschrift gekauft. Der SH:Z hat wohl schon länger ein Auge auf den Titel geworfen. Die Redaktion soll von Köln nach Neumünster ziehen wo auch schon “Sport Nord” der SHZ-Tochter Sportpresse Nord entsteht.
Mal sehen was das bringt, hoffentlich etwas mehr Profil für die Handballwoche. Bisher überzeugt sie mich nicht gerade, oberflächliches geschreibsel zu möglichst jedem Verein, auf das jeder irgendetwas zum lesen findet, und sei es noch so wenig. Selbst die Titelgeschichten kommen nur auf 1-2 Seiten von denen 1/3 Bilder sind. Kein wirkliches Thema, eine Zeitschrift die es allen recht machen will und es gerade dadurch nicht schafft.
Der google-news.alert zu “Flensburg” brachte mir heute einen Verweis auf einen Artikel der Welt über Dieter-Thomas Heck ins Postfach. Ein umfassender Artikel, auch wenn man vieles davon schon weiss. am Ende war ich dann doch leicht überracsht, denn da steht:
Quelle: Wikipedia (zum Artikel)
inkl. Link.
Und tatsächlich ist der Artikel aus der Wikipedia übernommen, und das ordentlich, wie gesagt inklusive Quellenangabe und Link zum Artikel.
Zwar bin ich kein Freund von abgeschriebenen Zeitungsartikeln, aber in diesem Falle finde ich das sehr gut, es zeigt, dass die Wikipedia Ernst zu nehmen ist (auch wenn man das Grundkonzept wie Artikel zusammmen kommen stehts im Hinterkopf behalten sollte) und in diesem Falle ist es ja auch kein kontroverses Thema beim dem potenziell Wertungen im Artikel sind.
Davon darf es gern mehr geben, denn machen wir uns nichts vor: längst nicht alle Artikel in einer Zeitung sind selbst recherchiert, da wird oftmal auf Drittquellen zurückgegriffen und auch mal was übernommen ohne es als Zitat zu kennzeichnen. Anders geht es auch kaum. Und gerade die Kennzeichnung finde ich in diesem Fall so entscheidend, es ist keine Schande sich bei anderen Quellen zu bedienen, aber man muss dazu stehen und die Quelle kennzeichnen. Und das wurde hier sauber gemacht. Sehr gut.
Wie ja schon erwähnt sind in meinem Haus die Briefkästen hinter der Haustür, man braucht den Haustürschlüssel um an die Briefkästen zu kommen. Leider gibt es bei uns einen Frühaufsteher der sich als Zeitungsdieb verdingt, auch die Bewohner der Nachbarhäuser durften schon seine (nicht persönliche) Bekanntschaft machen. Die Zeitung wird also regelmässig gestohlen und in den Briefkasten konnte ich sie bisher nicht zustellen lassen weil man dort ja nicht rankommt. Also war ich heute mal da um das zu klären. Der Verlag ersetzt dabei sogar Kosten für’s Schlüssel nachmachen, einfach die Quittung aubewahren. Wusste ich nicht, brauchte ich nicht, aber die Frau am Tresen hat das so gesagt. Das ist doch mal ein nette Service
Damit stehen die Chancen gut, dass der THW morgen schon die Meisterschaft perfekt macht. Denn ohne Gegner in der zweiten Halbzeit sollten auch die Restspieler des THW keine allzu großen Schwierigkeiten haben das Tor oft genug zu treffen.
Verwirrt? Der SH:Z auch. Zitat aus dem Flensburger Regionalteil von heute, Freitag, den 25. Mai 2007:
Am Sonnabend laufen sie um 14.15 Uhr zum letzten Heimspiel der Saison gegen den THW Kiel in der Campushalle auf. Morgen ab 15 Uhr gehören die Spieler der SG Flensburg-Handewitt für eine Stunde ihren Fans. Im Fanshop in der Holmpassage werden sie alle Autogrammwünsche erfüllen.
Nunja. Ich hoffe die Spieler stehen morgen nicht so neben sich wie die Redaktion des Flensburger Lokalteils.
Noch ein weiteres Beispiel in Sachen fehlendem Korrektor findet sich auch heute wieder auf der Titelseite:
Weißen Pforte rekonstruiert
Kaum ein Stück Stadtgeschichte wurde seit Generationen so oft fotografiert wie die Weiße Foto am Eingang der Marienhölzung.[...]
(Hervorhebung von mir)
Fehler passieren, wir sind alle nur Menschen. Aber ist es denn wirklich zu viel verlangt wenn ein Verlag der damit ja sein Geld verdient zumindest mal überfliegt was da vertippt wurde? Wer mit dem geschriebenen Wort Geld verdient sollte es auch beherrschen.
Ich bin ja immer noch Abonnent des Flensburger Tageblatts mangels Alternative für die Lokalnachrichten.
Auf Seite 3 ist heute ein Artikel über eine Plakataktion für Motorradfahrer auf der Strasse zwischen Schmalfeld und Kaltenkirchen den ich schnell einem Freund zukommen lassen wollte. Also kurz auf shz.de nachgesehen – und den Artikel nicht gefunden.
Aber dort gibt es ja eine Suchfunktion – doch auch die findet den Artikel nicht. Nicht einmal im kostenpflichtigen “e.paper” in dem der Artikel definitiv sein müsste.
Dafür kommen unter der Auflistung der eigenen Artikel aber noch Suchergebnisse aus dem Web. Ganz oben: der entsprechende Artikel im Hamburger Abendblatt.
Tja, schade. Dann verweise ich halt auf die Konkurrenz und spare mir in Zukunft gleich eine Recherche beim SH:Z. Der heute übrigens auf der Titelseite mit einer Meldung über die “Autpbahnpolizei” anschaulich dokumentiert dass da wirklich niemand vor dem Druck auch nur die Überschriften kontrolliert. Hat dieser Verlag wirklich keinen Korrektor?
Die vergangenen Monate hatte ich nun die Internationale Ausgabe der NZZ als 3-Monats-Abo. Eine wirklich sehr lesenswerte Zeitung, vor allem da sie im Gegensatz zu den Produkten unseres SH:Z Redakteure beschäftigen die auch mit Nebensätzen umgehen können und offenbar sogar jemanden haben der sich die Artikel vor dem Druck noch einmal durchliest und korrigiert und sich nicht nur auf die Rechtschreibprüfung von Word verlässt. Wobei das Flensburger Tageblatt den Fehlern nach zu urteilen noch nicht einmal diese Prüfung verwendet¹. Sei’s drum.
Erstmal habe ich mich aber gegen eine Verlängerung des NZZ-Abos entschieden da sie zwar jeden morgen per Boten kommt, dieser allerdings erst zwischen 8:30 und 9:30 und sie daher morgen oft erst nachdem ich schon das Haus verlassen habe kommt.
Also suche ich eine andere Überregionale Zeitung und werde in den nächsten Monaten die üblichen Verdächtigen mal ausprobieren. Allerdings nicht wie bei der NZZ bezahlt für 3 Monate sondern vorzugsweise die 2-Wochen Probeabos, schliesslich will ich eigentlich regelmässig eine Zeitung lesen und irgendwann mal fertig werden mit testen. Wichtig ist mir neben einer rechtzeitigen Lieferung morgens eine gute Lesbarkeit und eine halbwegs einschätzbare Einstellung gegenüber Themen in der Politik und Wirtschaft. Sie muss nicht meine Meinung vertreten, fast schon im Gegenteil, aber sie sollte auch nicht das Fähnchen einfach in den Wind hängen. (Vorschläge?)
Den Anfang sollte das Hamburger Abendblatt machen, warum in die Ferne schweifen wenn man doch auch mit den lokalen Meldungen teilweise sogar noch etwas anfangen kann, ist ja schliesslich nicht weit weg die Stadt.
Beim Ausfüllen des Formulars wurde ich dann aber erst stutzig und dann sauer:
Eine Telefonnummer die ausdrücklich für das Telefonmarketing ist als Pflichtfeld. Den E-Mail-Newsletter muss ich explizit bestellen,aber das Einverständnis in eine viel Aufdringlichere Störung per Telefon ist Pflicht.
Ich war kurzzeitig am überlegen mir spontan eine 0900-Nummer zu holen, es gibt genug Anbieter bei denen das kostenlos geht. Soll die Axel Springer AG wenigstens dafür zahlen wenn sich mich schon nerven will. Aber andererseits gibt es genug Alternativen auf dem Zeitungsmarkt, das Abendblatt ist also erstmal gestrichen. Wenn die Leute dort schon eine Teststellung derart Missbrauchen wollen lege ich kein Wert auf ein Vertragsverhältnis.
¹ Ehe sich jetzt jemand beschwert: Ich weiss dass ich selbst genug Rechtschreibfehler mache. Aber ich verlange auch kein Geld für das was ich schreibe.