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gesehen: Escobar - Paradise Lost

Vorigen Mittwoch habe ich nicht nur mein Auto zum Verkauf eingestellt sondern war Abends auch im kühlen Kino. Es gab mit Escobar – Paradiese Lost ein Drama in heisser Umgebung:

Der Kanadier Nick (Josh Hutcherson, Peeta aus Die Tribute von Panem) kommt mit seinem Bruder in den 80’ern nach Kolumbien um sich und ihm einen Traum zu erfüllen und zu surfen und sich mit einer Surfschule und Strandbar ein neues Leben aufzubauen.
Er lernt Maria kennen die sich sozial engagiert und verliebt sich in sie. Es stellt sich heraus, dass sie die Nichte von Pablo Escobar ist der mit seinem Reichtum viel für die arme Bevölkerung des Landes macht. Der Reichtum basiert auf dem Anbau und Veredelung des Cocastrauch (“Ein Naturprodukt!”). Nick und Maria haben praktisch nur Berührung mit der sozialen Seite des Onkels und Nick wird Teil der Familie Escobar. Als die Regierung ernst macht mit der Jags auf den mächtigen Drogenboss lernen sie die blutige Seite des Onkels kennen…

Soweit ich es sehe ist die Geschichte um Nick erfunden, der Film zeigt aber sehr gut die beiden Gesichter des Pablo Escobar der obwohl als Drogenkönig zum Staatsfeind Nummer Eins der USA erklärt wurde von der armen Bevölkerung Kolumbiens geliebt wurde weil er so viel für sie getan hat.
Auf der anderen Seite war er brutal und skrupellos. Aus heutiger Sicht möchte man sagen, dass Nick es hätte besser wissen müssen, aber aus seiner Perspektive sieht er fast nur die soziale Ader. Nach und nach wird er tiefer in die Familie hineingezogen. Wirklich ein sehr guter Film aber nichts für einen fröhlichen Abend.

gesehen: Men & Chicken

Nicht nur mein letztes Buch, auch die Sneak von letzter Woche muss ich noch verbloggen. Es lief der dänische Film Men & Chicken. Es ist ein dänischer Film und das merkt man cool

Gabriel und Elias sind Brüder und etwas anders. Vor allem Elias scheint ein Musterbeispiel aus einem psychatrischen Lehrbuch zu sein, Gabriel ist zwar auch kein unauffälliger Charakter aber hat es immerhin zu einer Hochschulkarriere gebracht.
Der Vater von Gabriel und Elias stirbt und hinterlässt ihnen eine Botschaft auf Videokassette. Auf dem Band eröffnet er ihnen, dass er nicht ihr biologischer Vater ist und ihre Mutter auch nicht ihre biologische Mutter. Ehe das Band abbricht erfahren sie noch den Namen ihres biologischen Vaters, ein Professor der obwohl an die 100 jahre alt noch auf der Insel Ork leben soll. Also machen die Beiden sich auf den Weg auf die einsame kleine Insel.
Dort werden sie von Gestalten empfangen die wohl ihre Brüder sind und gegen die Elias ein Musterbeispiel an Normalität ist. Und so langsam kommen sie hinter das Geheimnis ihrer schrägen Familie…

Dieser Film ist merkwürdig. Schräg. Voller WTF Momente und solcher in denen man einfach wegsehen will. Die Zusammenfassung der Bibelgeschichten ist ein Highlight und gehört in jeden Religionsunterricht und -Studium, die Chimären die man so zu sehen bekommt möchte man am liebsten ungesehen machen eek.
Direkt nach dem Kino war ich sehr unentschlossen was den Film angeht, je mehr Tage vergehen desto positiv-schräger finde ich ihn. Mad Mikkelsen (James Bond – Casino Royale) spielt herrlich und ich sage nicht wen, überhaupt sind die Charaktere der Brüder und restlichen Bewohner der Insel sehr gut gespielt.
Je länger ich über ihn nachdenke, desto besser gefällt er mir im nachhinein aber es ist kein Mainstream und man sollte sich darauf gefasst machen, dass man sich an so mancher Stelle fragt was das jetzt soll und warum man überhaupt sitzt wo man sitzt. Ein wirklich merkwürdiger Film cool

gesehen: Terminator

Ab und zu bringt die UCI Kinowelt alte Filmklassiker neu ins Kino, so hatte ich z.B. Zurück in die Zukunft und Ghostbusters im Kino gesehen.
Heute ging es zu einem weiteren Klassiker, der erste Terminator von 1984.

Die Handlung dürfte bekannt sein und die Uncut DVD steht bei mir auch im Regal, es ging wieder darum den Klassiker im Kino zu sehen. Und das hat gelohnt.
Terminator war 1984 ein B-Movie der erst im zweiten Teil richtig gross verfilmt wurde. Natürlich merkt man dem Film sein Alter an, bei den Spezialeffekten und Anfangs muss man sich an den “nur” Surround Sound gewöhnen (Ursprünglich war der Film sogar nur Mono). Aber sobald das Hämmern der Titelmusik einsetzt rückt das alles in den Hintergrund und ist vergessen. Mit den bescheidenen Mitteln hat James Cameron eine unheimlich dichte Geschichte ohne Längen geschaffen die keinen Moment nachlässt. Man ist froh über jede Sekunde die man verschnaufen kann. Sein mit bescheidenen 6,4Mio Dollar realisierter B-Movie ist ein Klassiker des Genres und der Filmgeschichte geworden, für die Fortsetzung hatte er 7 Jahre später dann auch damals unglaubliche 100Mio Dollar zur Verfügung. Nicht ohne Grund, dieser Film war das Fundament dafür.
Die grosse Leinwand hat sich jedenfalls gelohnt und ich werde mir mit ziemlicher Sicherheit auch den nächsten Klassiker ansehen den das UCI bringt smile

Dem Trailer von damals™ merkt man die 31 Jahre und das B-Movie Budget natürlich deutlich an:

gesehen: Mad Max Fury Road

Ehe der Film aus den Kinos verschwindet war ich gestern zur Spätvorstellung noch auf der Fury Road mit Mad Max.
Seit einem Jahr freue ich mich auf diesen Film und ich hatte auch noch von niemandem der drin war schlechtes gehört, auch wenn es Anmerkungen gab, dass die Erwartungen durch den Hype zu hoch waren.
Nun, auch ich hatte hohe Erwartungen und mich nicht nur zum Start an diversen Featurettes auf Youtube ergötzt.

Nun war ich gestern Abend drin und ich muss ganz klar sagen: WOW!
Aber ich kann auch die Stimmen verstehen die meinen ihre Erwartung war höher. Aus meiner Sicht liegt das vor allem daran, dass in der Presse und sonstwo immer wieder zu lesen war und ist, dass der Film die Schlusssequenz des zweiten Teils aufgreifend praktisch 2 Stunden Verfolgungs-Action rund um den Konvoi um den Tankzug ist. Und das ist falsch.
Ja, es sind 2 Stunden Action (“echte” Stuntaction, keine Computertricks!) und es geht auch grösstenteils um den Tanker aber nicht pausenlos. Es sind Etappen und keine ununterbrochene Verfolgung der Guten durch die Bösen.

Die Handlung in Kurzform:
Max Rockatansky wird von den Leuten von Immortan Joe gefangen, dieser hat in seiner Festung viel Wasser und herrscht gnadenlos über sein “Volk” mitsamt Personenkult und Pseudoreligion in der Warboys sich im Glauben an Wiedergeburt gedankenlos selbst opfern. Max soll als Universalspender als Blutreservoir für die Warboys dienen.
Das gefällt ihm nicht und er schafft es zu fliehen und schliesst sich der Tankwagenfahrerin Imperator Furiosa (Charlize Theron) an die sich gerade mitsamt 5 Frauen absetzt die Immortan Joe gesunde Nachkommen gebähren sollen. Dieser setzt alles daran seine Frauen zurück zu bekommen, das ist ihm wichtiger als der Tanker selbst. Ein wahre Armada aus unglaublichen umgeschweissten Kampffahrzeugen macht Jagd auf die Flüchtlinge die das grüne Land erreichen wollen aus dem Furiosa als Kind entführt wurde — und Max ist mittendrin

Zwischendurch kommt es auch noch zu Kontakt mit anderen Parteien der postapokalyptischen Welt und alles ist wirklich absolut imposant anzusehen. Das 3D ist absolut unauffällig, was sehr gut ist. Dadurch erscheint es vielleicht auch überflüssig aber es passt zu der ganzen Inszenierung bei der sämtliche Fahrzeuge und überhaupt alles was man sieht wirklich gebaut (und zerstört) wurde, so wahnwitzig die Konstruktionen teils auch aussehen. Das 3D rundet diese “echte” Action da nur ab, es wirkt einfach noch echter. So echt, dass man darüber nachdenken muss wie irre das ist was man gerade gesehen hat, eben weil es nicht einfach im Computer gerendert wurde.
Max selbst ist zwar Namensgeber des Films aber eigentlich eher Nebendarsteller, Charlize Theron als Imperator Furiosa ist die wahre Heldin, sie ist der Mad Max der zweiten Trilogie. Denn drei Filme werden es wohl wieder werden, der zweite Teil soll angeblich auch “Mad Max: Furiosa” heissen. Ich bin gespannt, Furiosa hat definitiv das Zeug dazu und so wie beide am Ende des Films auseinander gehen würde ich wetten, dass der nächste Film in ein paar Jahren mit ihr beginnt und Max später mal dazu kommt zur Unterstützung.
Aber das ist Zukunftsmusik und meine Spekulation, Mad Max: Fury Road ist ein grandioser Actionfilm der halt nur nicht die 2-stündige Verfolgungsjagd durch die Wüste ist sondern zwischendurch soetwas ähnliches wie Handlung hat. Nicht wirklich mehr als die ersten drei Filme hatten aber auch nicht weniger.

gesehen: City of McFarland

Gestern ging es um Sport und Kohl in der Sneak, ein überraschend gut anzusehendes Sportdrama:

Coach Jim White ist Sportlehrer und hat schon einige Jobs verloren. Als praktisch letzte Stelle die ihm bleibt kommt er nach McFarland in Kalifornien. In der Stadt leben fast nur Latinos oder Hispanics und sie leben von der Ernte auf den Feldern und das gilt auch für die Schüler. Sie pflücken einige Stunden am frühen Morgen, gehen in die Schule und anschliessend zurück auf die Felder. “Der amerikanische Traum findet hier nicht statt.”
Coach White bemerkt ihre guten Lauffähigkeiten mit denen sie die Wege von und zu den Feldern überwinden und formt aus ihnen ein Crosslauf Team. Dabei muss er nicht nur die Schüler überzeugen sondern auch die Eltern die die Jugendlichen bei der Ernte brauchen.

Was klingt wie ein 08/15 Sportdrama ist eine wahre Geschichte, Coach White lebt wirklich noch immer in McFarland und hatte dort eine sehr erfolgreiches Crosslaufmannschaft geformt. Der englische Wikipediaeintrag zum Film (Achtung, Spoiler!) listet einige Abweichungen auf aber insgesamt stimmt die Geschichte. White selbst ist mit dem Film jedenfalls zufrieden (obwohl er in Wirklichkeit nie vorher Jobs verloren hat sondern direkt nach McFarland kam) und ist Schluss des Film auch real zu sehen, ebenso wie die echten im Film gezeigten Schüler mitsamt ihrer weiteren Entwicklung gezeigt werden.
Es ist zwar vom Grundsatz her ein Sprotdrama wie man es schon oft gesehen hat, aber vielleicht wegen der wahren Geschichte und guten Umsetzung wirklich anders und hat mir gefallen. Nur Kevin Costner wirkte auf mich manchmal etwas hölzern in der Darstellung, aber das kann auch die Rolle gewesen sein ;)

Um auf den Kohl zurück zu kommen: auch den ernten die Schüler und M. neben mir meinte was von vielen Kohlköpfen. Ich bin in Dithmarschen aufgewachsen und gegen die 80 Millionen Kohlköpfe die dort jedes Jahr geerntet werden war das was man im Film sieht ein müdes lächeln ;)

gesehen: Spy: Susan Cooper Undercover

In der Sneak gab es gestern etwas auf die Lachmuskeln, es lief Spy: Susan Cooper Undercover.

Susan Cooper ist zwar mal als Agentin bei der CIA ausgebildet worden, sitzt aber seit 10 Jahren im Keller. Sie ist die Stimme, die die “richtigen” Agenten über den Knopf im Ohr hören. Als solche hat sie zwar die Lageübersicht am Computer, ist aber nur noch per Ton und (Kamera)Bild beim Einsatz dabei. Bei einem Einsatz muss sie eines Tages aus Sicht des Agenten mit ansehen, wie “ihr” Agent erschossen wird und die Mörderin fein säuberlich die Namen aller Aussenagenten auflistet.
Da somit alle bekannten Agenten ausscheiden meldet sich Susan freiwillig für den Folgeeinsatz. Sie soll nur beobachten, aber natürlich bleibt es nicht dabei und sie geht voll in den Einsatz…

Anhand der Plakate und des Pappaufstellers habe ich nicht wirklich viel erwartet, Melissa McCarthys Serie Mike & Molly spricht mich nicht wirklich an und irgendwie erwarte ich im Kino bei Filmen mit ihr das gleiche. Letztes Jahr hatte ich Tammy mit ihr gesehen und obwohl ich ihn jetzt nicht so schlecht in Erinnerung habe hat er mir damals offenbar nicht wirklich gefallen.
Ganz anders aber Spy. Der Film ist aufgemacht wie eine James Bond Kopie mit Missionsvorspann, einem Vorspann mit James Bond-artigem Titellied und dann dem eigentlichen Agentenfilm. Melissa McCarty ist die Agentin im Innendienst die den von Jude Law gespielten Aussenagenten im Team unterstützt. Es fängt mit leichten Überzeichnungen an und steigern sich immer weiter zu teils Klamauk und slapstickartigen Szenen. Der Film ist wirklich gut inszeniert und steigert den Humor genau richtig, die Szene die auch im Trailer zu sehen ist in der Susan Cooper mit einer BMW C1 umkippt wäre am Anfang völlig fehl am Platz gewesen, an der Stelle im Film an der sie vorkommt und im Kontext passt der Humor aber genau. Es ist nicht einfach zu beschreiben aber für mich ist es hier wirklich die Inszenierung die die natürlich überzeichnete Action und Humor immer genau richtig dosiert.
So entsteht eine wirklich saukomische Agentenfilmparodie die ich wirklich empfehlen kann. Bei 7,5 Punkten in der IMDb bin ich wohl nicht der Einzige der es so sieht laugh (Tammy) hat 4,8 Punkte)

gesehen: Big Game

In der Sneak gab es gestern ein Jagdabenteuer in Nordfinnland, Big Game:

Oskari wird 13, lebt in Nordfinnland, genauer gesagt im Lappland und der Tradition folgend verbringt er anderthalb Tage allein im Wald um zu jagen. Das Tier das er erlegt soll zeigen was für eine Art Mann er wird und ihn zum Jäger machen.
Über ihm fliegt derweil der Präsident der US of A in seiner Air Force One zu einer Konferenz in Helsinki. Zumindest bis Hazar, gespielt von Mehmet Kurtulus, daran etwas ändert und mit etwas Unterstützung dafür sorgt, dass der Flug der Air Force One ein frühes Ende nimmt und der Präsident mit seiner Fluchtkapsel das Flugzeug verlässt — und vor Oskari im Wald landet.
Der Präsident mitten im nirgendwo, zusammen mit einem 13 jährigen Jungen der versucht ein Jäger zu werden und sich nicht wirklich für die Weltpolitik interessiert.

Ein amüsanter Film ohne Überraschungen. Ernst nehmen darf man ihn aber nicht, er funktioniert wenn man ihn als Actionfilm-Parodie betrachtet. Als reiner Actionfilm allein ist er ein Witz, das Bühnenbild dürfte direkt aus der Requisite der Winnetou-Filme aus den 60’ern gekommen sein, ein Gesicht vor einfarbig hellblauem Hintergrund oder ein Kameraschwenk über eine Postkarte. Wirklich nicht Erstligatauglich.
Die Motivation der Attentäter bleibt bis zum Schluss völlig offen, erst in den letzten Szenen wird da etwas angedeutet das durchaus Potenzial für einen Polithriller gehabt hätte.
Schade, Chance vertan. Aber als Actionfilmparodie funktioniert er wink