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gesehen: Zu Ende ist alles erst am Schluss

Frisch zurück aus dem Kino muss ich erstmal den Film der Sneak verbloggen. Es lief Zu Ende ist alles erst am Schluss. Ich will meinen Tweet nach dem Film nur kurz etwas erläuten:

(Kleine Spoiler) Etwa zeitgleich stirbt Romains Opa sein Vater wird Rentner. Romains Vater und dessen Brüder bringen die Oma / ihre Mutter in ein Heim, Romain besucht sie dort regelmässig. Das Rentnerdasein ist für Romains Eltern nicht einfach und die Oma haut aus dem Heim ab. Romain bekommt raus wo sie hin ist und fährt ihr nach.

Klingt vielleicht etwas wirr, letztlich ist es aber die Oma die von den Söhnen ins Heim gesteckt wird nachdem ihr Mann stirbt, der Vater als frischer Rentner woran sich die Beziehung erst anpassen muss und der Enkel der sich um die Oma kümmert. Und wenn ich das hier so schreibe ist diese Beschreibung gefühlt schon mehr Handlung als man in den gut anderhalb Stunden Laufzeit sieht. Der Film hat kaum eine Handlung die man als solche wahrnimmt, ich habe es direkt nach dem Film damit verglichen sich auf eine Bank zu setzen und die Autos zu beobachten. Das wurde von M. gleich bestritten weil man dabei ein interessantes Auto sehen könnte. Am besten fand ihn aus unserer Gruppe wohl U. der sehr vehemend 4 von 10 Punkten verteidigt hat. Die seien dem Film gegönnt, mein Fall war er aber überhaupt und gar nicht. Wir konnten uns nicht einmal auf ein Genre einigen und haben es bei “französischer Film” belassen was aber auch falsch ist denn alle französischen Filme die wir letztes Jahr in der Sneak hatten waren Klasse.

Einen Preis hat aber derjenige verdient, der den Trailer geschnitten und mit Musik unterlegt hat, im Trailer wirkt der Film richtig gut, danach hätte ich ihn mir auf jeden Fall angesehen. Die Szenen sind alle aus dem Film aber wer aufgrund des Trailers in den Film geht kann nur enttäuscht werden:


gesehen: Die Trauzeugen AG

Nach einigen Wochen Pause wegen Handball-Heimspielen war ich gestern mal wieder in der Sneak. Es lief Die Trauzeugen AG. War es Zufall, dass just für diesen Film Werbung am Ende der E-Mail mit der Bestellbestätigung war?
Der Film ist definitiv kein Oscarkandidat, von der Story her entsprach er ziemlich genau dem was ich mir unter dem Titel vorgestellt hatte. Aber der Film war unerwartet witzig, ich hab mich gut amüsiert. Das war auch mein getwittertes Fazit nach dem Film:

Doug ist Anwalt und will in zwei Wochen heiraten. Seine Zukünftige (Kaley Cuoco-Sweeting, “Penny” aus Big Bang Theory) hat gleich 7 Brautjungfern auserkoren. Doug hat keine Freunde, nichtmal einen einzigen Bekannten kann er überreden sein Trauzeuge zu sein. Da bekommt er einen Tipp und kontaktiert Jimmy Callahan und seine Trauzeugen AG.
Jimmy spielt gegen Geld den Trauzeugen, mit allem was dazu gehört vor und nach der Hochzeit und bei Bedarf stellt er auch noch weitere Trauzeugen. Aber noch niemand wollte 7. In nur zwei Wochen macht er sich daran, für Doug 7 Trauzeugen zu besorgen die ihn natürlich alle schon ewig kennen und aufregende Dinge miteinander erlebt haben. Dabei geht nicht immer alles am Schnürchen…

Die Geschichte ist wie gesagt nicht wirklich überraschend, auch wenn man nicht jede Szene vorhersehen kann ist man doch nie überrascht. Aber der Film hat einen Humor der wirklich gut funktioniert. Kevin Hart spielt souverän den Jimmy Callahan, Josh Gad kommt als schüchterner Doug Harris auch gut rüber.
Ein Film zum Spass haben mit einfachem Humor der aber nicht zu sehr mit dem Holzhammer kommt und von daher auch nüchtern Spass macht.

gesehen: Whiplash

Mit Whiplash wurde uns gestern in der Sneak ein Musikfilm präsentiert. Wobei die Musik (Jazz!) zwar sehr gut aber letztlich austauschbar ist.
Es ist ein Drama um Ehrgeiz und wie man Talent erkennt und fördert — oder genau nicht.

Andrew Neiman ist 19 Jahre und hat ein Studium an der besten Musikschule des Landes (in New York) begonnen. Dort wird er entdeckt vom charismatischen Lehrer Terence Fletcher (fantastisch gespielt von J.K. Simmons) und in die berühmte Jazzband des Konservatoriums aufgenommen.
Die Band führt er mit hartem Regiment, es ist eine Ehre dort zu spielen. Etwas Zuckerbrot und sehr viel Peitsche (“Whiplash” bedeutet Peitschenhieb) sind sein Weg zum Erfolg. Er spielt die Musiker gnadenlos gegeneinander aus, schreit sie so sehr an, dass auch Gunnery Sergeant Hartman kuschen würde und schreckt auch nicht davor zurück Instrumente nach ihnen zu werfen.
Es ist sein Weg, sein Verständnis für den richtigen Weg aus einem Talent das Genie zu befreien. Er bricht und zerbricht den Charakter der Schüler die dem nicht gewachsen sind. Aber er hat Erfolg und die Schüler geben alles für ihn. Auch Andrew gibt alles was er kann und noch mehr, bis zur Selbstaufgabe…

Dieser Film ist keine leichte Unterhaltung aber sehr gut. Die Musik ist fantastisch, denn darum geht es. Trommeln im 400’er Takt bis alles perfekt ist, auch wenn die Hände bluten. Es geht um Ehrgeiz und die tyrannischen Methoden des Lehrers. Er hat Erfolg, aber macht es das zur richtigen Methode? Kann man andererseits jemanden wirklich an seine Leistungsfähigkeit führen wenn man ihm nur sagt, dass er gut ist aber nicht ernsthaft weiter fordert? Wie macht man aus einem Künstler der erstmal “nur” Talent hat einen “richtigen” Künstler?
Toll gespielt, man nimmt Miles Teller den ehrgeizigen Andrew ab der alles für eine Musikerkarriere geben würde. Und noch viel mehr J.K. Simmons den Lehrer Terence Fletcher der wirklich unheimlich ist. Man sieht wie er seine Schüler mit aller Härte antreibt, erliegt aber auch im Kino fast seinem Charisma.
Der Film geht fast zwei Stunden und nach einem ersten Finale nach etwa zwei Dritteln hätte er auch schon fast vorbei sein können, aber vor allem die letzte halbe Stunde hätte ich mir wahrscheinlich auch allein über zwei Stunden ansehen können und das liegt auch an der Musik smile

gesehen: Blackhat

Gerade komme ich aus der Sneak, es lief Michael Manns Blackhat
tl;dr; hatte ich es wie immer getwittert:

(“mittelmäßig bis guter” hätte es heissen sollen, da hat mir die Autokorrektur einen Streich gespielt)

Der Film fängt durchaus vielversprechend an: Manipulationen ala Stuxnet zerstören die Kühlpumpen eines chinesischen Atomreaktors und führen zu einer Kernschmelze. Schnell ist der grundsätzliche Einfallsweg identifiziert aber für die Details benötigt man die genutze Software und die ist im verstrahlten Reaktor. Das FBI hat aber durch einen anderen Angriff mit der gleichen Software eine Kopie und kann aushelfen. Also macht sich ein gemischtes Team aus China, dem FBI, Agenten und “Hacker” (IT-Spezialisten) daran den Anschlag aufzuklären.

Bei diesem anfänglichen Setting ist der Film sogar relativ intelligent; es werden Motive hinterfragt, Schlüsse gezogen und überlegt gehandelt. Leider driftet der Film etwa ab der Mitte ab von einem intelligenten Film zu immer mehr Action. So ab zwei Dritteln ist er nur noch ein generischer Actionfilm bei dem Motive und Logik keine Rolle spielen. Hier wurde verdammt viel verspielt, es hätte ein sehr guter Film werden können.
Interessanterweise kam mir in der zweiten Hälfte immer wieder in den Sinn, dass der Film ganz anders und viel besser wirken würde, wenn nicht Chris Hemsworth als Action-Hacker durch die Landschaft stolpern würde sondern ein beliebiger Schauspieler als James Bond. Vor allem die frühen Bonds waren genauso abstrus, wirkten aber irgendwie viel besser. Einfach weil es ein Bond war. So gesehen: in der zweiten Hälfte einfach Chris Hemsworth als James Bond vorstellen, eine angemessene Schönheit hat er verkörpert von Wei Tang auch an seiner Seite. Für einen Bond wäre ihr Charakter zwar zu intelligent, aber das würde auch James Bond gut tun, als Bond wäre Blackhat wie getwittert sogar einer der Intelligentesten. Das soll jetzt alles nicht gegen James Bond sein, ich mag die Filme sehr, aber so kann man sich Blackhat vielleicht gut vorstellen. Eine Superschurkengeschichte ala Bond ohne Bond.

gesehen: Black Sea

In der Sneak lief gestern der U-Boot Thriller Back Sea

Captain Robinson ist praktisch sein Leben lang U-Boote gefahren, zuletzt für eine Bergungsfirma. Als diese ihn und seine Crew entlässt schmiedet er mit seinen alten Kameraden einen Plan. Denn einer von ihnen hat auf einer seiner letzten Bergungsfahrten in umstrittenen Georgischen Gewässern ein altes Nazi U-Boot entdeckt das mit Gold beladen sein soll.
Gestützt durch einen Finanzier organisieren sie sich ein altes, rostiges russisches U-Boot und eine gemischte Besatzung aus Briten und Russen macht sich auf den Weg zu dem gesunkenen U-Boot. Nicht nur das U-Boot ist alt, auch die Besatzung hat den kalten Krieg miterlebt und das als Feinde. So bleiben Konflikte nicht aus und es passiert was passieren muss…

Black Sea ist ein britischer Film und das merkt man auch. Die Umgebung wirkt “schmutziger” als in amerikanischen Popcorn-Filmen und das passt sehr gut zur Geschichte. Nach dem Vorspiel in Grossbritannien geht es sehr schnell aufs U-Boot und der Grossteil der Handlung spielt sich in dieser engen Umgebung ab.
Viel Gold, eine Mannschaft mit viel Konfliktpotenzial und eine klaustrophobische Umgebung. Konflikte sind programmiert und auch was passieren kann ist in der Umgebung begrenzt. So kann man sich einiges denken was passieren wird aber der Film ist durchgängig spannend und fesselnd. Hat von mir 7/10 Punkte in der IMDb bekommen.

gesehen: John Wick

In der gestrigen Sneak lief der Action-Thriller John Wick mit Keanu Reeves.
Hart und sehr schnell inszeniert aber immer mit eine Spur Humor. Trotz hohem Bodycount wirkt er sympatisch und lässt kaum Zeit zum durchatmen.

John Wick ist ein ehemaliger Killer der russischen Mafia der sich vor einigen Jahren für eine Frau zur Ruhe gesetzt hat. Sie stirbt nach schwerer Krankheit und hinterlässt ihm einen Welpen damit er nicht einsam ist. John ist auch ein Autofan und an einer Tankstelle trifft er einen schnöseligen Russen der seinen 69’er Mustang am liebsten kaufen würde. John will aber nicht verkaufen. Der Russe kommt des Nachts, schlägt John zusammen, holt sich das Auto und tötet den Hund.
Das sorgt dafür, dass John einen blutigen Rachefeldzug beginnt. Nicht wegen des Autos sondern wegen dem Hund von seiner Frau. John ist kein Unbekannter, wenn sein Name fällt bekommt selbst der russische Mafiaboss kalte Füsse. Es ist eine Parallelwelt die geschildert wird, ein Hotel in dem so ziemlich alles absteigt was tötet aber in dem niemand seiner Profession nachgehen darf. Tatortreiniger bestellt man wie einen Tisch im Restaurant und bezahlt wird mit Goldmünzen.

John Wick ist anders. Einersetis ein Rache-Actionfilm ohne grosse Story. Aber seine Inszenierung passt perfekt, die Stunts sind schnell und ohne Übertreibung. Ein Schuss hier, ein Schuss da, der nächste bitte. Die Optik ist auch ungewohnt, irgendwo zwischen Comic und Computerspiel, kalt aber bunt. Und überhaupt nicht so wie Du es dir gerade vorstellst. Schwer zu beschreiben.
Ein Actionfilm der kaum Zeit zum atmen lässt, surreal-brutal auf Comicart aber immer auch zum schmunzeln. Aber nie lächerlich oder zum laut auflachen. Wirklich schwer zu beschreiben. Lies noch mehr oder mach Dir selbst einen Eindruck. Wenn Du ihn hast schreib unten Deine Meinung zum Film.
Hier auf jeden Fall noch der Trailer:

gesehen: Baymax - Riesiges Robowabohu

Nach einiger Zeit habe ich es gestern mal wieder in die Sneak geschafft, durch die nächste Woche beginnende Handball-WM ist gerade Bundesligapause und kein Spiel am Mittwoch wink
Die Sneak war in 3D, das kommt alle paar Monate mal vor. Man kann dann immer gut abschätzen was wohl kommen mag und gestern gab es wie erwartet Baymax – Riesiges Robowabohu.
Und er hat mir sehr gefallen:

Hiro Hamada ist ein technikbegeisteter Teenager und lebt zusammen mit seinem Bruder bei ihrer Tante in San Fransokyo.
Sein Bruder studiert an der örtlichen Universität und entwickelt dort coolen Nerdkram. Leider kommt er bei einem Brand ums Leben kurz nachdem Hiro sich dort beworben hat. Hiro ist danach natürlich ziemlich niedergeschlagen bis die Erfindung seines Bruders ihn aufmuntert: Baymax, ein Medizinroboter den sein Bruder erfunden hat und der sich selbstständig aktiviert wenn er hört dass jemand leidet. Hiro ist erst nicht so begeistert aber nachdem Baymax sich treudoof und sehr blind auf den Weg durch die Stadt macht um etwas herauszufinden das Hiro aufmuntert wird dieser aus seiner Lethargie gerissen und er folgt ihm zu dem Versteck eines mysteriösen Bösewichts der sich offenbar der Erfindung bemächtigt hat die Hiro bei seiner Bewerbung an der Uni vorgeführt hat.
Das ist eine Gefahr für die Stadt und zusammen mit den Kommilitonen seines Bruders macht er sich auf den Bösewicht aufzuhalten.

Baymax ist ein Disney Film und stammt nicht von Pixar das ja auch zu Disney gehört. Disney selbst habe ich ehrlich gesagt in den letzten Jahr(zehnten) als ziemlich übel wahrgenommen was Animationssachen angeht, die guten Streifen kamen alle von Pixar. Baymax ist anders, ein riesiger Spass! Wohl nicht zufällig war aber mit John Lasseter ein bekannter Name von Pixar als ausführender Prodzuten im Abspann aufgeführt. Es lohnt sich bei diesem Film übrigens mal wieder den Abspann komplett anzusehen.
Die Geschichte ist sachlich gesehen natürlich grosser Unsinn, aber wen interessiert das schon bei Animationsfilmen. Dazu sind sie da tongue. In bester Tradition von Die Unglaublichen rettet ein Team aus Nerds zusammen mit einem naiv-gutmütigen aufblasbarem Roboter die Welt (bzw. ihr Stadt). Toll gemacht, ein grossartiger Spass und eine bedenkenlose Empfehlung für jeden der Animationsfilme wie die von Pixar mag.
Ein grosses Lob hier auch an die 3D Fassung, sie ist absolut gelungen. Absolut unauffällig, nie als Selbstzweck eingesetzt sondern als Erweiterung der Darstellung. So wie es sein sollte. Auch in der Mitte bzw. unterem Bereich des Saals keine störenden Auswirkungen (hat man da gern mal), es wirkt immer einfach nur als wenn man wirklich eine Szene mit tiefe sieht. Man braucht das 3D aber natürlich nicht für die Geschichte.

Der Trailer darf natürlich nicht fehlen: