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gesehen: The D Train

Auch gestern ging es wieder in die Sneak, es lief The D Train mit Jack Black:

Dan Landsmann (Jack Black) war an der Schule nie beliebt und organisiert nach 2 Jahren ein Klassentreffen. Es gibt kaum zusagen aber als er nachts einen Werbespot mit seinem ehemaligen Klassenkameraden Oliver Lawless (James Marsden) sieht hat er die Idee, dass dieser “Star” die Anderen anlocken würde.
Also belügt er seine Frau und seinen Chef um als Geschäftsreise nach Los Angeles zu fliegen — auf die sein Chef mitkommt. Nach einer durchzechten Nacht hat er Oliver überzeugt zum Klassentreffen zu kommen. Am Ende fallen alle aufgestauten Lügen in sich zusammen.

Puh, dieser Film war schlecht. Die Geschichte eiert herum, man fragt sich ständig warum dieses oder jenes passiert, worauf sie eigentlich hinaus will. Dans Charakter ist ein spiessiger US-Bürger wie er im Lehrbuch steht und er tut alles was man Kindern und Jugendlichen beibringt nicht zu tun. Er fängt an zu lügen, wirft auf einer Party Medikamente und Drogen ein, verbringt eine intime Nacht mit Oliver (beste Szene im ganzen Film: Dans Gesichtsausdruck am nächsten Morgen) und weiteres. Und so kommt es wie es kommen muss, diese Story bei der man sich ständig fragt was das nun noch soll endet in einer einzigen langen Nachricht aus einsichtiger Moral die wie ein Eimer zum Schluss über die Zuschauer gekippt wird. Das hätte man auch einfacher haben können und ohne, dass man sich als Zuschauer alle Drogen wünscht die Dan im Film eingenommen hat eek

Nach zwei Reinfällen hintereinander haben wir uns nun aber wieder eine gute Sneak verdient, nächste Woche ist sie in 3D und ich habe eine Vermutung, was läuft smile.

gesehen: Königin der Wüste

Nach einigen Wochen Pause war ich gestern mal wieder in der Sneak. Es lief Königin der Wüste.

Gertrude Bell ist Tochter aus wohlhabendem Haus anfang des 20. Jahrhunderts. Sie ist sehr gebildet und akzeptiert die von ihr erwartete Frauenrolle nicht und bittet ihre Eltern sie nicht in England versauern zu lassen. Sie kommt nach Teheran, verliebt sich, doch ihr Vater lehnt die Ehe ab. Fortan bereist sie die Wüste um das Volk dort kennen zu lernen.

Wie fange ich an? In dieser Sneak haben mehr Leute den Saal verlassen als ich in den letzten 2 Jahren zusammen genommen erlebt habe. Selbst Horrorfilme vertreiben nicht so viele Besucher.
Und das liegt nicht daran, dass dieser Film kein Mainstream oder gar Kunstkino ist. Die Figur Gertrude Bell (es gab sie wirklich) ist hochinteressant, man hätte einen wirklich guten Film daraus machen können. Dieser ist es nicht.
Das Problem ist dabei nicht, dass Nicole Kidman nur einen Gesichtsausdruck hat und Robert Pattinson als Lawrence von Arabien sowas von farblos bleibt dass man ihn auch durch einen Pappaufsteller ersetzen könnte. Das Problem liegt hinter der Kamera.
Die Landschaftsaufnahmen sind wirklich schön, die Darstellung ansonsten von England bis Persien klischeebehaftet, die Dialoge unterirdisch. Es mag ja sein, dass Gertrude Bell damals für praktisch alle Männer begehrenswert war, aber warum alle 3 Minuten Dialoge wie von Rosamunde Pilcher oder einem Liebesroman-Groschenheft aus dem Cora Verlag? Auch die restlichen Dialoge bleiben oberflächlich. Ihre Errungenschaft ist historisch gesehen, dass sie den nahen Osten wirklich verstanden hat und geht völlig unter. Sie wird gefangen genommen, verlangt den Scheich zu sehen und geht selbstbewusst statt durch den Frauen- durch den Männereingang zum Scheich den sie noch nie gesehen hat. Dem ist das völlig egal und bittet sie, sich gleichberechtigt neben ihn zu setzen — was man halt so tut mit Gefangenen. Ansonsten scheint ihre einzige Leistung darin zu bestehen das Land zu bereisen. Und natürlich erhält sie mitten in einem kaum erforschten Wüstengebiet Liebesbriefe von ihrem Verehrer.
Als sie in England am Schreibtisch sitzt ist bei dem malerischen Ausblick natürlich ein Teich mit Schwan zu sehen und unmittelbar vor dem Fenster steht ein Reh. Immerhin ein ausgewachsenes und kein Kitz, aber ein Bambi vor das Fenster zu stellen war wohl selbst Werner Herzog zu abgedroschen.

Es ist wirklich schade, das Leben von Getrude Bell hätte einen wirklich guten Film verdient, Werner Herzog ersäuft sie aber in Bildern voller Klischee, Kitsch und Pathos und Rosamunde Pilcher Dialogen. Die eigentliche Leistung von Getrude Bell wird nur oberflächlich gezeigt, ihre Reisen wirken wie eine Brücke zum nächsten Liebesschnulzendialog. Ohne Ton hätte man aber wenigstens die schönen Bilder, wäre ein schöner Bildschirmschoner normal.

gesehen: Pixels

Einen “zwei für eins” Gutschein vom UCI Kino haben wir am Samstag genutzt um uns in der Spätvorstellung einen vermuteten Klamauk anzusehen. Und wir lagen richtig:

In Pixels greifen Ausserirdische in Form alter Computerspiele die Erde an. Das klingt nach grossem Schwachsinn und das ist es auch. Im Gegensatz zu diesem Schiffe-versenken-Film nimmt er sich dabei aber nicht ernst und deshalb funktioniert er auch. Zumindest wenn man alt genug ist cool
Dieser Film ist etwas für diejenigen, die diese Spiele schon als Kind gespielt haben und sich vorgestellt haben wie es wohl wäre wenn Pac-Man wirklich existieren würde oder in Galaga oder Defender selbst im Raumschiff zu sitzen. Genau das wird hier inszeniert auf eine Art und Weise die sich selbst nicht ernst nimmt.
Man darf den Film nicht ernst nehmen und man muss alt genug sein, dann funktioniert er wunderbar. Wir und das ganze Kino haben jedenfalls herzhaft gelacht laugh

gesehen: True Story

Der Film in der gestrigen Sneak hat mich (positiv) überrascht, hatte ich mir den Schauspielern bisher eher Komödien verbunden und keinen Psychothriller/Drama wie True Story:

Der Journalist Michael Finkel ist Reporter für die New York Times, nachdem er für eine Geschichte über Kinderarbeit in Mali aber die Einzelschicksale mehrerer Jugendlicher in einer fiktiven bündelt um die Geschichte zu dramatisieren verliert er seinen Job und Ruf.
Er hadert noch mit seinem Schicksal als ein anderer Reporter ihn kontaktiert und auf den Fall des mutmasslichen Mörders James Longo aufmerksam macht. Dieser hatte sich auf seiner Flucht bis zu seiner Verhaftung als Michael Finkel ausgegeben. Der (echte) Finkel kontaktiert Longo im Gefängnis und es entsteht ein Vertrauensverhältnis, Longo erzählt Finkel seine Geschichte die dieser zu einer Geschichte verarbeitet. Dabei wird die Schuldfrage nie explizit geklärt und es entsteht ein Psychospiel zwischen Beiden, man wird aus Longo nicht wirklich schlau, erzählt er die Wahrheit oder ist er ein sehr geschickter Manipulator?

True Story basiert auf einer wahren Geschichte und dem Buch das der reale Michael Finkel darüber geschrieben hat. Daher ist was die Genaugkeit angeht natürlich etwas Vorsicht geboten, sowohl der reale Finkel wird in seinem Buch nicht 100% objektiv gewesen sein und für die Filmadaption dürfte auch einiges “angepasst” worden sein.
Aber das tut dem Film als solchem keinen Abbruch, er baut die Geschichte langsam auf um sich dann immer mehr zu steigern, als Zuschauer weiss man nie so recht woran man bei Longo ist und ob und wie weit er Finkel beeinflusst. Spätestens als es im letzten Drittel zum Prozess kommt wird diese Frage immer entscheidender, ist Finkel nur Beobachter oder wird er auch für den Prozess instrumentalisiert?

Ich hatte die beiden Hauptdarsteller Jonah Hill (Michael Finkel) und James Franco (Christian Longo) in letzter Zeit und bewusst nur in Komödien wie Das ist das Ende oder 22 Jump Street gesehen und mit solchen Rollen verbunden. Wobei ich James Franco durchaus mehr als nur Komödien zugetraut hatte, Jonah Hill aber eher weniger. Beide spielen ihren Part aber gut, wobei Franco intensiver wirkt, seine Rolle ist allerdings auch besser dafür geeignet.
Insgesamt ein wirklich gutes Psychospiel, nicht zu hart für empfindliche Menschen und auch ohne Kritik an Journalismus oder Recht aber sehr unterhaltend und Gedanken sollte man sich eh selbst machen smile.

gesehen: Minions

Statt in die Sneak ging es gestern regulär ins Kino, es gab die Minions in 3D.

Die Minions, die kleinen gelben TicTac-Förmigen Dienerwesen aus Ich – Einfach unverbesserlich (Despicable Me) 1 und 2 existierien seit Jahrmillionen und haben immer das Ziel dem größten Bösewicht zu dienen. Dusseligerweise haben sie nicht nur ein Talent dafür zu dienen sondern auch ihren Meister ins Jenseits zu befördern.
Deprimiert ziehen sie sich am Nordpol zurück bis ein Minion namens Kevin sich zusammen mit seinen Kollegen Stuart und Bob 1968 aufmacht einen neuen Schurken als Meister zu finden. Der Zufall führt sie zur Villain-Con, einem Kongress für Superschurken. Und da finden sie auch jemandem dem sie dienen können…

Die Minions waren die heimlichen Helden in Ich – Einfach unverbesserlich, nicht ohne Grund zierten sie allein das Plakat des zweiten Teils. Fleissig, tolpatschig, kaum zu verstehen und mit einer unbändigen Lust auf Bananen ständig für einen Gag und jede Menge Sympatie gut. Das schrie nach einem eigenen Film.
Und der ist etwa genauso geworden wie man ihn sich vorstellen kann. Sie erzählt die Vorgeschichte wie sie überhaupt zu Gru, dem “Bösewicht” aus Ich – Einfach unverbesserlich kamen. Jede Menge unverständliches Gebrabbel das Anleihen aus fast jeder Sprache hat, viel Slapstick und reichlich Anspielungen auf die Zeit die man in allen Details vermutlich nicht beim ersten mal sehen alle sieht. Unterlegt von einem wirklich tollen Soundtrack mit Musik aus den 60’ern und 70’ern.
Reingehen und Spass haben, die Story ist im Prinzip egal und trotzdem lacht man bei jedem freudigen "Bello!" das einem entgegen schallt laugh

gesehen: The Vatican Tapes

Nach Insidious 3 den ich vor ein paar Wochen in der Sneak verpasst habe gab es gestern mit The Vatican Tapes gleich den nächsten Horrorfilm. Zumindest will er soetwas sein…

Angela Holmes ist eine ganz normales Mädchen, an ihrem 27. Geburtstag schneidet sie sich mit dem Kuchenmesser und danach gerät alles durcheinander. Vögel stürzen sich auf sie, Menschen um sie herum werden verletzt und sterben. Ein Pastor betreut sie und ihren Vater und sieht sich irgendwann gezwungen den Vatikan einzuschalten für einen Exorzismus.

Ein sehr verworrener Film der auf mich wirkte als wenn ich alle Szenen aus Horrorfilmen die ich als Jugendlicher gesehen habe jetzt 25 Jahre später versuche wieder zusammen zu bekommen und zu einem Film zusammen klatsche. Eine kopflose Zusammenstellung bekannter Szenen ohne sie mit einer richtigen Geschichte zu verbinden. Was ist der Auslöser, warum Angela, es wird nicht einmal versucht aus der Aneinanderreihung von bekannten Szenen eine Geschichte zu machen. Ein Myterium bleibt auch der Pastor den sie zufällig im Krankenhaus treffen und der später offenbar eine 24/7 Betreuung von Angela im Krankenhaus und der Psychatrie leistet. An den Vatikan wendet er sich erst später, er ist einfach immer da.
Zwischendurch garniert mit Dialogen die nicht einmal ansatzweise das Niveau von “Warum liegt hier überhaupt Stroh rum?” erreicht, wirklich übel. Es gibt ungefähr 2 gute Schockmomente die praktischerweise auch beide im Trailer auftauchen.
Nach anderthalb Stunden ist der Krampf vorbei und das kinountypische Bildformat von 16:9 spricht wohl auch dafür, dass schon bei der Produktion niemand wirklich an ein Kinorelease geglaubt und ihn daher auch direkt im Format für Fernseher produziert hat. Geld für eine DVD/BD würde ich aber nicht ausgeben und im Free-TV dürften die wenigsten Zuschauer nach der ersten Werbepause weitersehen.

gesehen: Desaster

Eigentlich hatte ich für gestern Abend anderes geplant als die Sneak aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt und so hatte ich das Vergnügen ein Desaster zu sehen:

Wie fasse ich die Handlung am besten zusammen? Schwer zu sagen.
Ed und Mace sind zwei mehr oder weniger professionelle Killer die von einem schweizer Staatsanwalt angeheuert werden ein Haus in St. Tropez zu überwachen. Dorthin ist er eingeladen worden von dem Gangsterboss Mischa der erfahren will wo sich Kronzeugen für einen Prozess gegen ihn aufhalten. Mischa selbst ist noch nicht im Haus im St. Tropez, dafür aber seine Frau und seine Mutter sowie ein Tresor voller Geld.
Und irgendwie haben es früher oder später alle auf den Inhalt des Tresors abgesehen und haben entweder das Ableben der ein oder anderen Person mit eingeplant oder nehmen es in Kauf. Die Geschichte wird dabei rund um den etwas debilen Ed (Justus von Dohnányi, führte auch Regie) und den leicht irren Mace (Jan Josef Liefers) erzählt. Diese beiden wollen erstmal einfach nur ihren Job erledigen, wobei das miteinander auskommen schon die erste Hürde darstellt.
Diverse Charaktere von denen ich noch nicht einmal alle aufgezählt habe, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen bilden schon eine tendenziell instabile Mischung, entgültig kippt alles ins Chaos als Ed aus Versehen Mischas Mutter umbringt eek

Als ich den Trailer unten das erste mal im Kino gesehen habe war mir schon klar, dass ich diesen Film sehen muss und es hat sich definitiv gelohnt.
Desaster ist urkomisch, voller absurder Szenen und Sprüche (die Oneliner sind wirklich genial) und voller schwarzem Humor. Wer mit wem wie zusammen hängt ist dabei erstmal nicht klar, zumindest habe ich einen Moment gebraucht alle Zusammenhänge zu verstehen obwohl sie Anfangs erklärt werden. Ist aber auch nicht wichtig, je weiter der Film fortschreitet desto klarer wird das Bild der Zusammenhänge: auch hier erstens anders, zweitens als man denkt tongue.
Wirklich eine herrlich schwarze absurde Gaunerkomödie laugh