Nach diversen Briefen (1, 2, 3) habe ich nun die gewünschte Auskunft erhalten:
[…] sind gegenwärtig keine Daten, die Ihrer Person zuzuordnen sind, bei der sächsischen Polizei gespeichert.
Zu den Daten die am 19. Februar erfasst wurden (und auf die sich die Presse konzentriert) können noch keine Angaben gemacht werden, da sind die Ermittlungen offenbar noch nicht abgeschlossen. Solange gibt es keine Auskünfte. Da ich damals nicht dort war wird es da aber sowieso nichts über mich geben.
Insofern ist das für mich erstmal abgeschlossen, vermutlich werde ich noch einen letzten Brief bekommen wenn die Daten vom Februar verfügbar sind, aber das kann noch dauern.
Facebook hat meine Anfrage nach den über mich gespeicherten personenbezogenen Daten beantwortet.
Sie wollen mir aber nicht die Daten schicken die sie über mich gespeichert haben sondern verweisen auf die Möglichkeit seine Profildaten aus den Accounteinstellungen herunterzuladen. Das kenn ich schon, ich hatte es vor einem Jahr hier beschrieben.
Was man dort herunterladen kann sind im Prinzip die Dinge die man auch selbst hochgeladen hat. Aber keinerlei sonstiger Daten die Facebook offensichtlich über mich gespeichert hat. Facebook identifiziert mich auf allen besuchten Webseiten mit ‘Like’ Button anhand eines Cookies und ist auch in der Lage mir eine Kurznachricht auf’s Telefon zu schicken wenn ich oder jemand anderes sich mit einem neuen Programm bei Facebook anmeldet bzw. es versucht.
Auf den CDs die sie schon verschickt haben ist auch deutlich zu lesen dass sie u.a. alle Logins speichern.
Ich habe ihnen also sachlich aber bestimmt (sofern man das als nicht-Muttersprachler hinbekommt) geantwortet dass sie mir gefälligst alle Daten schicken sollen.
Im übertragenen Sinne: Verarscht mich nicht und haltet euch an das Gesetz!
Dass das Problem des Datenschutz mit Facebook viel mehr ein Problem des Datenschutzrechts mit dem Protokoll http ist zeigt dieses Bild:
Das Bild stammt von Henning Tillmann, er erklärt auch die Grundlagen.
Sicherlich kann Facebook mit aktivem Javascript noch mehr machen, aber was schon mit einem einfachen Bild möglich ist zeigt obiges Beispiel.
Unser Problem ist dass wir altes Recht auf “neue” (http ist 20 Jahre alt) Techniken anwenden. Abstrakte Gesetze sind zwar eher grundsätzlicher Natur und eiegentlich relativ zeitlos, das zeigt aber wie grundlegend anders das Internet als Kulturtechnik ist.
Eine Eingangsbestätigung, nun wohl endlich von der zuständigen Stelle. Und ich habe ein Aktenzeichen. Gut. Aaaaaaber: Der Betreff lautet “Auskunft über die Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten am 19. Februar 2011 in Dresden” — das Datum stammt nicht von mir, das hat sich der Sachbearbeiter offenbar dazugedacht. Im Februar war ich nicht in Dresden sondern 2009 und laut dieser Meldung sollen auch damals Daten erfasst worden sein. Deswegen hatte ich meinen Brief überhaupt erst geschrieben.
Aber nun habe ich ein Aktenzeichen und kann das LKA darauf hinweisen dass sie sich bitte an meinen Wortlaut halten und sich nichts ausdenken sollen. Bei der Gelegenheiten kann man sie sicher auch auf die geltenden Auskunftsfristen hinweisen…
Richard Gutjahr beschreibt wie man seine Daten von Facebook anfordert.
Alle Daten die Facebook über Dich und Dein Leben hat. Alles was Du geschrieben hast, alle Bilder, alle Aktionen, selbst jeder Login inklusive Sprache und ob über Web oder mit einem Programm. Einfach Alles. Geschwärzte Beispielauszüge gibt es auf europe-v-facebook.org.
Die Daten kommen im PDF-Format auf CD direkt aus den USA.
Ich habe das Formular wie beschrieben ausgefüllt und bin gespannt was und vor allem wie viel da kommt. Eine automatische Antwort gabes zumindest schon:
We received your request for personal data stored by Facebook. We are reviewing the information you provided and are in the process of fulfilling this request. You should expect to hear from us no later than 40 days after your request was received by us.
Mach es auch und zeige Facebook dass Dir deine Daten nicht egal sind!