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gelesen: Logicomix: Eine epische Suche nach Wahrheit

Logicomix: Eine epische Suche nach Wahrheit von Apostolos Doxiadis (et al.)
Logicomix

Seit fast 5 Jahren lese ich praktisch nur noch auf meinem E-Reader, aber jetzt war es endlich mal Zeit eine Graphic Novel zu lesen, die ich schon viel zu lange ungelesen im Regal stehen hatte.
In Logicomix geht es um nichts geringeres, als die Suche nach Wahrheit:

Der Held und Suchende ist der brillante Mathematiker, Logiker und Philosoph Bertrand Russell. Schon in der Kindheit hatte er eine wahrhaft prometheische Idee: die Errichtung eines logischen Fundaments für die gesamte Mathematik.
Auf seiner Jagd nach absoluter Wahrheit trifft Russell auf legendäre Denker wie Gottlob Frege, David Hilbert und Kurt Gödel und findet einen leidenschaftlichen Schüler im großen Ludwig Wittgenstein. Dabei verliert er das Objekt seiner ihn bestimmenden Suche nie aus den Augen. Durch Liebe und Hass, Krieg und Frieden hält Russell an seiner Mission fest, die seine Karriere schließlich ebenso zu zerstören droht wie sein privates Glück – und ihn bis an den Rand des Wahnsinns führt.

Es ist die Geschichte der Logik als Wissenschaft. Erzählt wird sie rund um die historische Figur Bertrand Russel, ein britischer Mathematiker, Philosoph und Logiker.
“Den Mathematikern ist die Logik zu philosophisch und den Philosophen zu mathematisch” heißt es einmal im Buch, im 19. Jahrhundert ist die Logik noch keine eigene Wissenschaft. Von daher ist Russel die ideale Figur, um die Geschichte der Logik zu erzählen.
Es ist ein selbstreferenzielles Buch: In dem Buch geht es darum, wie das Buch selbst geschrieben wird. So beginnt es damit, daß einer der Autoren in Athen einen Computerwissenschaftler abholt, damit er im Autorenteam mitarbeitet. Die Geschichte Russels wird erst ihm erzählt, was wir natürlich auch lesen, und später wird die Erzählung immer wieder durch Diskussionen der Autoren über verschiedene Aspekte der Logik unterbrochen und erweitert. Dabei sieht man als Leser nicht einfach nur das Autorenteam von außen, sondern wird vom Hauptautor auch immer wieder mit eingebunden.
Als Leser erfährt man so in einem dicken Comic die historische Geschichte der Logik anhand von Bertrand Russel und durch die eingeflochtenen Diskussionen der Autoren werden auch noch zahlreiche andere Aspekte erläutert. Alle historischen Figuren, die im Buch auftauchen sind bzw. waren real, teilweise wurde aber z.B. ein Zusammentreffen mit Russel vermutet oder erfunden obwohl es nicht historisch verbürgt oder sogar ausgeschlossen ist. Diese Abweichungen werden am Ende des Buches aber dokumentiert und sind aus dramaturgischen Gründen vorgenommen, um die Geschichte der Logik rund eine Person erzählen zu können.
Im Anhang sind zudem alle historischen Personen und auch Begriffe und Konzepte noch einzeln aufgeführt und werden erklärt.

Ein sehr gutes Buch, die Form als Comic nimmt der abstrakten Wissenschaft der Logik ihre vielleicht abschreckende Wirkung und die Erzählweise ist sehr geschickt gewählt. Meine Empfehlung für jeden, der sich für Historie, Logik oder Mathematik interessiert!

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