Öffnungszeiten in der Innenstadt
Da hatte ich mich noch vor wenigen Wochen gefreut, dass “zumindest die Holmpassage und wohl auch Karstadt nun endlich bis 20:00 öffnen“.
Nun war ich eben nach der Arbeit noch kurz in der Stadt, der Prospekt von Karstadt hatte da ein, zwei Sachen die mich interessierten. Kurz vor 19:00 gehe ich rein, nicht mehr viel los, aber noch viele Kassen besetzt. Erdgeschoss, erstes Stockwerk, zweites Stockwerk – Elektrowaren.
Oben lungern einige Leute rum von denen man nicht so recht sagen konnte ob Mitarbeiter oder Kunden und ein Typ kommt grinsend auf mich zu und sagt, dass der Laden geschlossen sei.
Wie jetzt? Ich denk, bis 20:00 geöffnet? Nein, er belehrt mich weiterhin grinsend eines besseren, nur bis 19:00 geöffnet.
Der gleiche Typ hat mir letzten Monat noch nach 19:30 eine Playstation verkauft. Früher war alles besser. Warum hat es eigentlich niemand in den darunter liegenden Stockwerken für nötig gehalten, einen Kunden der 3min vor Schluss das Kaufhaus betritt darauf hinzuweisen?
Leicht angesäuert bin ich dann also zu Saturn in die Galerie gegangen und hab dort meine Sachen für insgesamt 45,97€ eingekauft. Da bin ich dann doch nur begrenzt wählerisch wer mein Geld bekommt.
Vermutlich wird jetzt jemand kommen und argumentieren, dass die Angestellten auch irgendwann mal Feierabend haben müssen und um diese Uhrzeit eh niemand mehr kommt. Ersteres sehe ich etwas eingeschränkt im Prinzip ein, ich gehe aber mal davon aus, dass nicht mehr als 40 Stunden (bzw. die übliche Stundenzahl) pro Woche gearbeitet werden muss.
Was die geringe Kundenzahl angeht darf sich aber niemand wundern, jahrelang wurden die Kunden darauf konditioniert dass spätestens ab 18:00 die Kurbel angesetzt und der Bürgersteig hochgeklappt wird. Das bekommt man natürlich nicht in 2 Wochen wieder aus den Köpfen. Dass die Leute dann lieber dorthin gehen wo man kostenlos parken und auch nach Feierband ohne Hetze einkaufen kann wundert wohl nur die IG Innenstadt.
Von daher sehe ich für mich das Experiment Öffnungszeiten in der Innenstadt als beendet an, ich gehe nach Feierabend vielleicht noch mal in die Galerie aber halte mich ansonsten auch die beiden Einkaufsparks oder so ziemlich jeden Supermarkt ausserhalb der Innenstadt, die haben fast alle bis 20:00 geöffnet. Ich habe keinen Bedarf die Öffnungszeiten der Woche herauszufinden, schon gar nicht mich darauf zu verlassen.
Und auch wenn es gemein klingt: Wenn in der Zeitung das nächste mal das Gejammere der Geschäftsleute über die Galerie, den Förde- und Citti-Park oder das Internet zu lesen ist werde ich mich freuen. Denn ihr habt selbst Schuld. Hört auf zu jammern oder ändert was, die Zeit bleibt nun mal nicht stehen.
Kommentare
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AJ am :
Allerdings habe ich meine Zweifel, ob es Sinn macht z. B. Pennyläden pauschal bis 22:00 Uhr zu öffnen. Oder ob unser Dorf auch eine 24 Stunden Kaufmöglichkeit bieten muss. Denn Fakt ist, das wir nicht die Einwohnerzahl von Hamburg haben und ganz schön weit am Rand der deutschen Erdscheibe leben…
– Das gibt uns allerdings auch noch lange die Möglichkeit über die IG Innenstadt zu lachen, deren Jammern in der Tat so gesetzmäßig im Tageblatt wie der Tag und Nachtwechsel ist. Denn Kaufen kann nur, wer auch Geld hat. Das gilt um 09:00, um 10:30, 19:30… Eigentlich relativ einfach.
– Auch wenn ich zuversichtlich bin, dass die Masse der fehlenden Käufer Öffnungszeiten in wie auch immer geregelte Bahnen bringen wird, frage ich mich wie kleinere Läden neben den Konzeren und Ketten überleben sollen.
– Und ich frage mich, was die sich zunehmend veränderten Arbeitszeiten für Familien bedeuten. Ein Mehr an Orientierung, wie es auch die Politik gerne hätte, glaube ich allerdings nicht.
Hm.
Nils am :
Das iss schon keine kleine Großstadt mehr dann.
Und grade die Dänen, die hier gerne neben Alkohol auch Bekleidung kaufen hätten gerne längere Öffnungszeiten, oder warum haben die Grenzshops bis z.T. 23:00 geöffnet?
marcello am :